El Calafate

Wer zum Perito Moreno Gletscher will, startet seinen Ausflug oft in dieser Outdoor Touristen Stadt. El Calafate ist vom Preisniveau und der Touristendichte etwa mit Interlaken vergleichbar. Daher entschieden wir uns fürs Übernachten auf dem Campingplatz.

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Touristenfallen in Calafate
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So macht man einen Schlafsack mit Komforttemperatur 12 °C Patagonientauglich: Eine Rettungsdecke unterlegen, Daunenjacke um die Füsse wickeln und die Konstruktion mit einer zweiten Rettungsdecke garnieren. Wir nennen es auch Traumstation MIR 😉

Als wir auf der Suche nach einem günstigen Restaurant durch eine Nebengasse schlenderten, stiessen wir am Strassenrand auf ein Auto mit Berner Nummernschildern. So kam es dazu, dass wir den Abend mit Sabsi und Elias verbrachten und uns gegenseitig über die Stolpersteine der Schweizer Bürokratie beim Abmelden des Wohnsitzes lustig machten.

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Kaffeeklatsch im Aufenthaltszelt von Sabsi und Eli.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zum Perito Moreno Gletscher. Wie wir uns vor Ort selbst überzeugen konnten, ist dies wirklich einer der wenigen Gletscher, der noch wächst und zwar bis zu zwei Meter pro Tag. Dies führt zu einem schaurig schönen Spektakel: Immer mal wieder knackt es laut im Eis. Und dann auf einmal lösen sich Teile des Gletschers und stürzen tosend ins Wasser. Kalben wird dieser Vorgang genannt.

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Stägeli uf….                                                             … Stägeli ab.

Das Gelände vor dem Gletscher wird heute von einer riesigen Anlage aus künstlich angelegten Gehwegen über Metallgitter geprägt. Nicht sonderlich schön dafür sehr praktisch, da sich mehrere Personen nebeneinander bewegen können. An bestimmten Punkten sind kleine Aussichtsplattformen gemacht worden, die mit kleinen Bänken zum Verweilen und Beobachten des Gletschers einladen.

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Moritz braucht mal einen neuen Haarschnitt. Weil das Budget knapp ist, spielten wir Friseursalon auf dem Campingplatz. Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt klar: Üben, üben, üben…

Nationalpark Torres del Paine

Puerto Natales ist ein kleines Fischerdorf ganz im Süden von Chile. Hierhin sollten sich eigentlich keine Touristenmassen verirren. Aber sie sind hier, wie wir auch, weil Natales der Ausgangspunkt ist für den Besuch des Torres del Paine Nationalpark. Im Stadtkern wechseln sich darum auch die Schaufenster von Hostels, Restaurants und Outdoorshops ab.

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Alle Häuser in Natales sind mit Wellblech gebaut. Trotz der Kälte gibt es fast keine Isolation und nicht alle Räume werden beheizt! Kleine Farbtupfer im tristen Grau sind hier sehr willkommen.
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Was muss mit? Was nicht?

Wir bleiben lange genug in der Stadt, um Essensvorräte für acht Tage zu kaufen und einen wärmeren Schlafsack zu mieten. Dann sind auch wir auf dem Weg in den Nationalpark. Mit mehreren grossen Reisebussen werden drei mal am Tag hunderte Touristen in den Park gebracht. Die Massen verteilen sich im Park zum Glück gut, doch zuerst werden wir in das Ranger Büro gedrängt, wo wir den Eintritt in den Park bezahlen und die wichtigsten Regeln eingebläut bekommen: 1. Kein Feuer machen 2. Abfall wieder mitnehmen 3. Nicht den Pfad verlassen und 4. Wirklich kein offenes Feuer.
Bevor das Gebiet 1959 zum Nationalpark wurde, war es eine grosse Schaffarm und wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Seitdem es unter Schutz steht haben dafür leider einige unvorsichtige Besucher grosse Teile davon niedergebrannt. Deshalb ist auch kein offenes Feuer erlaubt. Kochen darf man auch nur an den dafür vorgesehenen Orten und mit Gaskochern. Wer ein Feuer macht oder für einen Waldbrand verantwortlich ist, wird mit heftigen Gefängnissstrafen belegt. Wir haben nur unseren Alkoholkocher dabei und dazu noch den falschen Brennstoff, weil in Natales anscheinend niemand Brennspiritus verkauft. Das lassen wir aber besser niemanden wissen. Ausserdem ist das Kochen mit diesem Kocher genau so sicher wie mit einem Gaskocher. Es sieht einfach etwas eindrucksvoller aus.

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Vor dem Start noch ein Bild mit den Torres im Hintergrund

So können wir schon bald unsere Rucksäcke schultern und uns auf den Weg zum ersten Camp machen. Zum Glück haben wir alles überflüssige im Hostel in Puerto Natales zurückgelassen, so sind die Rucksäcke nicht zu schwer. Wegen den starken patagonischen Winden und weil das Wetter hier in wenigen Minuten komplett umschlagen kann, blieben auch die Gleitschirme zurück. Wir werden also keine Abkürzungen machen können.

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Böhen über dem See. Definitv kein Flugwetter!
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Da kommt was angerollt
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Eine kleine Übersicht über den Park

Die verschiedenen Reiserouten im Park sind nach Buchstaben benannt welchen sie ähneln. Es gibt das „W“, das „O“ und das „Q“. Unser Ziel ist das „O“  oder auch der „Paine Circuit“ und wir beginnen mit dem weniger bevölkerten hinteren Teil des Parks. Der Weg von der Ecolodge bis ins Camp Seron ist 13 Km weit und ein guter, sanfter Einstieg für unseren ersten Tag.

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Noch locker genug Puste um die Klymit Schafmatte aufzublasen

Für den nächsten Tag haben wir uns mehr vorgenommen: Wir wollen das Camp Dickson überspringen und 30 Km und einige 100 Höhenmeter an einem Tag zurücklegen. Wir treffen nur selten andere Wanderer. Als wir einen ersten kleinen Pass überqueren, um auf die Rückseite der Berge zu gelangen, kriegen wir erstmal einen Vorgeschmack auf die starken Winde, die hier wehen können. Der See unten im Tal wäre der ideale Kitespot, wenn es nur nicht so kalt wäre. Hier sehen wir auch die Torres von der anderen Seite. Der Gegenwind begleitet uns den ganzen Weg bis ins Camp Dickson. Wir sind froh, dass wir dort kein Zelt aufstellen müssen. Nicht einmal zum Kochen gibt es Windschutz.

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Die Torres von hinten
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Einsame Rückseite des Parks

Nach kurzer Rast nehmen wir den Rest des Weges zum Camp los Perros in Angriff. Dieser zieht sich in die Länge und unsere Beine werden immer schwerer. Der letzte Teil führt steil eine Gletschermoräne hinauf. Der starke, kalte Gegenwind ist zermürbend. Nur kurz geniessen wir den Ausblick auf den Gletschersee. Es dunkelt schon ein, als wir das Camp erreichen. Müde schlüpfen wir in unsere Schlafsäcke und sind uns nicht sicher ob wir am nächsten Morgen den John Gardner Pass in Angriff nehmen, oder einen Ruhetag einlegen werden.

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Anstrengende letzte Meter gegen den allgegenwärtigen Wind
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Noch bevor wir den Gletscher sehen konnten hörten wir von weitem das Rumpeln wenn er kalbte.

Zum Glück geht es uns beiden am nächsten Morgen gut und so brechen wir nach dem Früstück etwas später als die meisten anderen auf zum Pass. Zuerst führt der Weg durch den Wald und ist sehr schlammig. Das ändert sich aber schnell. Das Gelände ist hier auf 700 Metern über Meer schon hochalpin, keine Bäume wachsen und wir steigen über Schotter, Steine und Schnee zügig auf.

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Gummistiefel wären hier die richtige Wahl!

Oben angekommen erwartet uns nicht der vom Reiseführer angedrohte Blizzard, sondern verhältnismässig wenig Wind und eine klare Sicht auf den imposanten Grey Gletscher. Als wir zwei Kondoren beim soaren zusehen, bereuen wir schon fast, dass wir unsere Gleitschirme in Natales zurückgelassen haben, aber dann denken wir daran wie unvorhersehbar und wechselhaft das Wetter hier ist. Wir nehmen das Wettergeschenk gerne an und machen uns an den langen, kniezermarternden Abstieg über riesige Stufen und steile, rutschige Trampelpfade.

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Da lohnt sich der harte Aufstieg
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Kondore

Auf den Wegen im Park sind an vielen Orten Tafeln mit Infos zur aktuellen Strecke aufgestellt, die einem sagen, wie weit man vom nächsten Camp enfernt ist und auf denen ein Höhenprofil des Weges aufgezeichnet ist. Als wir zu einer Tafel kommen, welche uns sagt, dass wir noch 300 Meter absteigen müssen bis zum nächsten Camp sind unsere Knie schon am Ende. Um so erleichterter sind wir 15 Minuten später, als wir die ersten Zelte vom Paso Campground sehen. Da mochte wohl einer das Schild keine 300 Meter den Berg rauftragen (vielleicht werden chilenische Meter aber auch anders gemessen, z. B. mit einem Gummiband ;-))

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Alles hier im Park wird entweder von Menschen oder Pferden in die verschiedenen Camps transportiert. Das führt dazu, dass alles was man kaufen kann mehr nach Gewicht als nach Inhalt gewertet wird und allgemein sehr teuer ist. Wir haben aber sowieso alles dabei das wir brauchen und sind froh darum. Die Preise für einige Zeltplätze hier sind hoch genug. Nur die Camps Paso, Italiano und Torres sind gratis und bieten dafür sehr wenig Komfort. Wir bevorzugen natürlich diese. In jedem Camp und jeder Rangerstation muss man sich mit Namen, Nationalität und Passport Nummer einschreiben. Seither kennen wir diese Nummer auch Auswendig.
Die relativ kurze Wanderung vom Paso Camp zum Grey Camp bietet uns atemberaubende Ausblicke auf den Grey Gletscher aus immer wechselnden Perspektiven. Der Pfad ist sehr ausgesetzt und führt an steilen Felsflanken entlang und durch tiefe Bachbette. Er endet in einer Bucht  gespickt mit kleineren Eisbergen am Ende des Gletschers. Zusammen mit dem schönen Wetter ist es einer unserer top Abschnitte der ganzen Wanderung. Im Grey Camp geniessen wir nach 3 Tagen endlich wieder einmal eine warme Dusche. Von jetzt an befinden wir uns auf der „W“ Route und die Wanderer denen man begegnet haben sich vervielfacht. Es ist aber auch so noch immer sehr schön hier. Das Wetter wird langsam schlechter. Wolken ziehen auf und wir spüren einige Tropfen.

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Panorama Overkill…
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Mit dem Rucksack artet das ganze schon fast in Arbeit aus
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Das Gewackel ist nichts für Leute mit Höhenangst
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Kitsch

Das Paine Grande Camp überspringen wir. Es ist uns zu teuer und dem Wind schutzlos ausgesetzt. Stattdesen gehen wir bis zum Campamento Italiano. Es liegt geschützt im Wald und ist dazu noch gratis. Langsam trifft man auf den Strecken und am Abend in den Camps auf die gleichen Leute. Wir sind schon wie eine kleine Familie. Unser Alcoholstove hat bisher schon für viel Aufsehen gesorgt unter den Wanderern. Oft wurden wir beim kochen mistrauisch beäugt, aber hier wurde das erste Mal ein Ranger auf uns aufmerksam und inspiziert unseren Ofen von Nahem. Er ist nicht wirklich zufrieden mit unserer Erklärung, verbietet uns aber auch nicht damit zu kochen. Wir sollen einfach gut aufpassen. Das nächste Mal würden wir es so wie eine Gruppe junger Franzosen machen: Sie haben eine Gaspatrone gekauft, aber keinen Brenner gemietet und leihen sich jeden Morgen und Abend von anderen Wanderern einen aus. Auf der „W“-Tour wegen den vielen Leuten sicher eine praktikable Lösung. An unserem sechsten Tag hat das schlechte Wetter Überhand genommen und wir kämpfen auf dem Weg ins Valle del Frances mit starken Winden und Regen. Oben angekommen verziehen sich die Wolken aber für kurze Zeit und wir können einen Blick in die imposante Bergarena erhaschen. Beim Abstieg finden wir sogar einen geschützten Platz für das Mittagessen.

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geschafft
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Die Wolken verziehen sich für kurze Zeit
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Los Cuernos
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Einladender Strand, aber nicht so einladende Temperaturen

Die nächste Nacht verbringen wir im teuren Campamento Cuernos. Der Nationalpark besteht zum Teil aus Land, welches sich in Privatbesitz befindet. Die Camps in diesen Bereichen sind alle viel teurer, als die anderen. Die Türme, die dem Park seinen Namen geben, haben wir uns für unseren letzten Tag aufgespart. Erst müssen wir uns aber durch Wind und Regen ins Torres Camp hinaufkämpfen. Von da an ist es am nächsten Morgen noch eine Stunde und 300 Höhenmeter zum See am Fusse der Torres del Paine.

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Hexenhäuschen beim Torres Camp
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Unten Regen, oben Schnee

In der Nacht regnet es so stark, dass die grossen Tropfen von den Bäumen auf der Seite unter unserem Aussenzelt durch spritzen und das Innezelt dreckig und nass machen. Innen werden wir zwar nicht wirklich nass aber alles im Zelt hat Feuchtigkeit gezogen. Bei diesem Wetter sparen wir uns das rauflaufen im dunkeln, um den Sonnenaufgang zu sehen. Nach dem Morgenessen machen wir uns langsam auf den Weg hinauf. Auf halbem Weg brechen die Wolken auf und geben die Sicht auf die Torres für einige Zeit frei. Als wir oben ankommen, verschwinden sie gerade wieder im Nebel. Es schneit. Wir warten fast eine Stunde auf ein neues Wolkenloch, dann gehen wir zurück. Es ist zu kalt und die Torres werden wir heute sowieso nicht vor blauem Himmel sehen können.

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Flüsschen oder Wanderweg?
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Die Torres zeigen sich kurz
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Laguna Torres

Unten im Camp packen wir unser durchnässtes Zelt zusammen und machen uns an den Abstieg. Als wir nach 3 Stunden bei der Ecolodge ankommen, schliesst sich der Kreis unserer Route. Hier unten können wir unser Zelt in der Sonne trocknen, während die Berge noch immer in Wolken gehüllt sind. Verrücktes Wetter. Bald schon sind wir zurück in Natales. Wir freuen uns auf ein richtiges Bett und einen Tag ohne laufen mit schwerem Rucksack.

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Natur Kunst
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… 😉

Puerto Madryn – Oder Pläne sind zum Ändern da

Nachdem wir in La Cumbre endlich unsere Flügel ausbreiten und uns damit in die Lüfte schwingen konnten, fuhren wir zurück nach Córdoba. Von dort wollten wir mit dem Flieger nach El Calafate gelangen. Die Flüge wurden so kurzfristig online für ca. 350.- Dollar angeboten. Bei Aerolineas Argentinas fanden wir denselben Flug für etwa die Hälfte. Schlaue Füchse, die wir sind, zack zum Reisebüro marschiert. Den guten Wechselkurs des Schwarzmarktes im Hinterkopf, wollten wir die Flüge bar bezahlen. Was für ein Schnäppchen!
Die Dame im Reisebüro griff auch ganz schnell zum Telefon und rief bei Aerolineas an. “ Si, dos extranjeros, para mañana. Si“ und dann schrieb sie eine Zahl jenseits von 400.- Dollar aufs Blatt. Gemäss unserer Online Recherche entsprach das dem Preis von zwei Flügen. Wir waren innerlich schon am Jubeln, als sie trocken meinte: “ Es para persona“, wie jetzt, gehts noch? Pro Person?! Erklärend fügte sie hinzu, dass Argentinier auf Inlandflügen nur die Hälfte zahlen würden.
Nun gut, 400 pro Person war dann doch etwas viel für unser Budget.
So kam es, dass wir zum Busterminal gingen und uns zwei Tickets für die 21 Stunden Fahrt nach Puerto Madryn kauften. Schliesslich fährt kein direkter Bus nach El Calafate und so etwas wie Anschlussbillete kennen die hier nicht.

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Ein Sonnenuntergang, wie kein anderer: Weil wir unterwegs nach Süden waren, und die Tage dort länger sind als im Norden, konnten wir dem Schauspiel eine halbe Stunde zuschauen.
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Unterhaltungsprogramm im Bus von Andesmar: Bingo spielen. Der Gewinner bekam eine Flasche Wein.

In Puerto Madryn, einem nicht sonderlich sehenswerten Küstenstädtchen, quartierten wir uns im Hostel El Retorno ein. Die Madame war zwar sehr hilfsbereit aber immer gestresst. Schliesslich führte sie das Hostel zusammen mit ihrem Mann und einem Nachtportier alleine.

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Muschelfriedhof am Strand von Puerto Madryn

Die Aktivitäten, die man um Puerto Madryn herum machen kann, sind allesamt sehr teuer. Der Besuch der Peninsula Valdes, einer grossen Engehalbinsel, die als Naturreservat geschützt ist, kostet bereits 580.- A$ wenn man dann noch mit dem Boot aufs Meer will, um die Wale zu sehen, schlägt das noch einmal mit 650.- A$ zu Buche. Der Eintritt zur Peninsula ist dagegen mit 180.- A$ ein Schnäppchen.
Schnorcheln mit den Seelöwen macht 1000.- A$ und Kayak fahren mit den Seelöwen gibt es für 650.- A$.
Wir entscheiden uns dann kurzerhand fürs Kayak, da wir uns davon das beste Erlebnis zu einem angemessenen Preis versprachen.

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In der Ferne sieht man Puerto Madryn 😉

Der Ausflug war auch wirklich gelungen. Wir waren nur vier Personen plus Guide, die am nächsten Morgen zur Seelöwenbucht paddelten. Dank unserer Aareböötlierfahrung gewöhnten wir uns schnell ans Paddeln im Doppelkayak. Unsere Kollegas hatten da schon mehr Mühe und rammten einige Male unkontrolliert die Uferböschung, bis sie den Dreh endlich raus hatten.
Die Seelöwen entpuppten sich als ziemlich quirlige und neugierige Gesellen und planschten emsig um unsere Kayaks herum.

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Kayakidylle
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Neugierige Kerlchen!

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Seelöwen Synchronschwimen
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Hau Ruck!

Guten Mutes gingen wir am nächsten Tag zum Busbahnhof und wollten unser Ticket nach El Calafate kaufen. Nix da, wird nicht angeboten, wir sollen nach Rio Gallegos fahren, sagt der Herr am Schalter. Dort gäbe es dann schon Busse nach Calafate.

Beim Betrachten der Landkarte stellte sich für uns dann schnell einmal klar, dass wir uns von Rio Gallegos aus den Weg nach El Calafate sparen können und direkt nach Puerto Natales fahren könnten. So kam es dann, dass wir über Nacht von Puerto Madryn nach Rio Gallegos fuhren, dort den nächsten Bus (nur 5 Stunden Wartezeit) nach Puerto Natales bestiegen und nach ca. 28 Stunden Transfer unser Zimmer im Casa Teresa bezogen.

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