La Cumbre

Im Übernachtbus nach Cordoba wollten wir eigentlich schlafen, was uns durch die Kids um uns herum verunmöglicht wurde. Wenn die einen endlich still waren, kicherten die anderen ununterbrochen. Entsprechend müde kamen wir um 8 Uhr morgens im Hotel an. Glücklicherweise konnten wir unser Zimmer sofort beziehen und einige Stunden Schlaf nachholen. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir dann auf Entdeckungstour durch die Studentenstadt. Wenn man auf Kirchenbesichtigungen und Kolonialbauten steht, ist Cordoba die perfekte Destination. Der grosse Park konnte uns nicht so überzeugen weil er ziemlich heruntergekommen ist. Am Abend fanden wir ein kleines Parilla Restaurant an einem mit Bäumen bewachsenen Platz, wo wir draussen sitzend erstaunlich gutes und sehr günstiges Essen in gemütlicher Atmosphäre genossen.

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schnatter schnatter…
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Das Stadtbild von Cordoba ist geprägt von Barrocken Häusern, Statuen und Kirchen
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Der blaue Himmel in dieser Kirche erzeugt eine mystische Stimmung
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links gibt es extra keine Turmspitze. Das soll die Fehlerhaftigkeit des menschlichen Seins verbildlichen.

 

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Leckeres Essen und tolle Ambiance

Uns gefiel Cordoba trotzdem nur mässig, aber wir wollten sowieso weiter nach La Cumbre, um endlich in die Luft zu kommen. Nach einer kurzen Busfahrt von nur 4 Stunden kamen wir nachmittags dort an und stellten fest, dass an diesem Tag der perfekte Flugtag gewesen wäre, aber jetzt der Wind schon zu stark war. Dafür war er gerade richtig um bei Andy Hediger auf dem Flugplatzareal Kitebuggy zu fahren. Auch eine ganz lustige Angelegenheit.

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Kitebuggy fahren macht Spass!

Während wir die nächsten Tage auf besseres Wetter warteten, machten wir es uns im Fliegerhostel gemütlich und verbrachten die Zeit mit Wanderungen in den Hügeln um La Cumbre, Groundhandling, Fachsimpeln bei Asado, dem argentinischen Pendant zur Grillparty und Rotwein mit den anderen Piloten. La Cumbre ist nahe den grossen Weinregionen Argentiniens und so ist der Wein gut und günstig. Allgemein ist es so,  dass in Argentinien die Weinabteilung in kleineren Läden schon mal einen Viertel aller Regale einnehmen kann.

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Die Cristo Statue thront auf einem Hügel oberhalb von La Cumbre…
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und hat jeden Abend eine tolle Aussicht auf den Sonnenuntergang
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Dieser Stausee sichert die Wasserversorgung von La Cumbre
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Starkwind-Groundhandling

Einen Tag verbrachten wir im eine Stunde entfernten Capilla del Monte wo anscheinend regelmässig Ufos gesichtet werden. Dies schlägt sich auch in der Tourismusindustrie nieder. Überall werden Alien Figuren und andere „Ausserirdische“ Dinge angepriesen.

Dann kam endlich der Moment, wo Flugwetter herrschte und alle Piloten sich am Startplatz versammelten. Leider durften wir uns schon kurz nach dem Start den schönen Landeplatz am Rande des Rio Pinto von Nahem ansehen. Andere konnten sich knapp halten und der Tag wurde später auch noch thermisch besser, aber wir genossen erst mal ein Bad im Fluss, um uns abzukühlen. Der nächste Tag wurde besser und wir hatten dazu schon Erfahrung mit dem Spot, so dass uns ein langer Flug gelang.

Speziell am Startplatz Cuchi Corral ist, dass er am Rande einer Hochebene liegt und man nach dem Start und dem Aufdrehen über dieser Ebene „Flachland-“ fliegt. Der Landeplatz lag also höher als der Startplatz und gleich neben La Cumbre. So war es nur ein kurzer Spaziergang für uns zu Burger und Landebier.

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Fahrt zum Startplatz mit Stil
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Startplatz Cuchi Corall
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Hoch über La Cumbre

Buenos Aires

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Frisch gelandet, aber ziemlich K.O.

Als wir nach unserem Nachtflug von Miami wenig erholt und noch ziemlich schläfrig durch den Flughafen von Buenos Aires stolpern wollen wir eigentlich nur möglichst schnell ins Hostel.
Unser Budget verbietet uns aber ein Taxi zu nehmen. Also auf zur Busstation, wo uns nach Ankunft des richtigen Busses mit Hand und Fuss und etwas Spanisch erklärt wird, dass man im Bus nur mit Moneda, also Münzen bezahlen kann. Zurück im Flughafen wird uns klar gemacht, dass es in Argentinien quasi keine Münzen gibt. Unsere einzige Chance sei eine sogenannte SUBE Card, eine Prepaidkarte, welche im Bus einfach an den Automaten gehalten wird, wo dann die 3,5 Pesos für eine Fahrt abgezogen werden. Leider reichen unsere Spanischkentnisse nicht aus um zu verstehen wo wir so eine Karte erhalten können und so tun wir uns mit einem Chilenen zusammen und teilen uns die Kosten für ein Taxi in die Stadt. Die Kosten von 130 Pesos (ca. 13 CHF) pro Person sind gerade noch erträglich und ersparen uns 2 Stunden Fahrt.

Den Rest des Tages schlendern wir auf Entdeckungstour durch die Strassen rund um unser Hostel Portal del Sur. Wir stellen fest, dass die SUBE Karten an jedem Kiosk erhältlich sind, auch im Flughafen

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I bi DER Gummiboum…

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Ausserdem gehen wir noch Geld wechseln. Argentinien hat seit einiger Zeit finanzielle Probleme, was sich darin zeigt, dass die Währung sehr schnell an Wert verliert. Um eine Währungsflucht zu verhindern ist es Argentiniern nur möglich Ausländische Währungen zu beziehen, wenn sie nachweislich in die Ferien reisen. Deshalb sind viele Argentinier dazu bereit, mehr als den Staatlich festgesetzten Wechselkurs zu bezahlen, um ihr Geld in einer stabilen Fremdwährung zu parken. Wir haben in Miami noch einiges an US$ bezogen, welche wir nun auf dem Schwarzmarkt zu einem vorteilhaften Wechselkurs umtauschen wollen. Tatsächlich hören wir, kaum sind wir in die Avenida Florida eingebogen, aus jeder Ecke „Cambio, Cambio“ und lassen uns von einem Strohmann in einen Hauseingang führen, wo ein anderer Mann uns 100 US$ zu einem Kurs von 13 Pesos pro $ wechselt. Der offizielle Kurs liegt bei 8.5. Nach Inspektion der erhaltenen Banknoten gehen wir glücklich unseres Weges, zufrieden dass alles perfekt funktioniert hat. Wichtig beim inoffiziellen Geldwechsel ist, dass man nicht mehr als 200$ gleichzeitig wechselt, um nicht auf dem Rückweg überfallen zu werden und dass man sich vorher informiert, wie man gefälschte Banknoten erkennt. Die überall präsenten Polizisten interessieren sich übrigens überhaupt nicht für das illegale Geschäft, welches sich vor ihren Nasen abspielt.

Den Abend verbringen wir auf der Wunderschönen Dachterrasse des Hostels bei einigen Bier mit den anderen Gästen. An die grossen Literflaschen  gewöhnt man sich schnell.

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Abendstimmung auf der Dachterrasse unseres Hostels

Hier wird uns auch vom Überfall auf ein israelisches Mädchen am Morgen erzählt. Zwei Strassen von Hostel entfernt wurde sie mit dem Messer bedroht und alle ihre Wertsachen gestohlen. Wir schätzen uns glücklich, dass uns nicht passiert ist und nehmen von nun an nur noch das nötigste mit wenn wir durch die Strassen ziehen.

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Buenos Aires Law Scool. Ein wirklich erschlagendes Gebäude.
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Puente de la Mujer: Spannt den Bogen zwischen modernen Wolkenkratzern und alten Hafenanlagen

Die nächsten Tage nutzen wir unsere neu erstandene SUBE card um mit dem Bus und zu Fuss die Stadt zu erkunden. Hier gefällt es uns gut und wir entdecken viele schöne Plätze. In einem Park mit vielen schattenspendenden Bäumen können wir beobachten wie sportlich die Porteños sind. Zu hunderten laufen sie auf dem extra dafür angelegten Weg um den Park oder schwitzen im Outdoor Fitnesscenter. Die heissen Mittagsstunden verbringen wir im Schatten oder im Kino, viel zu heiss ist es um sich zu bewegen. Wenn die Sonne dann etwas tiefer steht bewegen wir uns durch den eindrücklichen Friedhof immer im Schatten der grossen Gruften, oder durch den Hafen wo Moderne Hochhäuser neben alten Hafenkränen und Bachsteingebäuden in den Himmel ragen. Hier wird deutlich, was Buenos Aires ihren Charme gibt. Die Mischung aus alt und neu gelingt sehr gut und gibt der Stadt Charakter.

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Marmorgräber im Friedhof La Recoletta
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Da hat sich jemand ein grosses Denkmal gesetzt
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Marktgetümmel am Sonntag
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Im Spiegel der Moderne

Man könnte lange Zeit hier verbringen und die Stadt besser kennen lernen, uns zieht es aber weiter nach La Cumbre, wo wir hoffen endlich zum Fliegen zu kommen. Nach einer lustigen gratis Spanischlektion im Hotel begeben wir uns zum Busbahnhof um die 12h Fahrt nach Cordoba in Angriff zu nehmen

Miami

Nach unserer „Flucht“ aus dem Everglades National Park hatten wir noch einige Tage, um Miami besser kennen zu lernen.
Erst mussten wir aber den Ersatz von einem unserer GPS Tracker organisieren. Dieser hatte leider Probleme ein GPS Signal zu erhalten. Der DeLorme Kundendienst war sehr hilfreich und organisierte einen Express Ersatz, welcher leider von UPS verschlampt wurde. Dies hatte einige anstrengende Telefonate zur Folge. Das zweite Ersatzgerät wurde dann aber am nächsten Morgen problemlos geliefert. Das alles zum Nulltarif, respektive vom Hersteller bezahlt!

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Das Wetter ist gut für beeindruckende Bilder, lädt aber nur bedingt zum Schwimmen ein

Als dieses Problem aus der Welt geschafft war, machten wir uns erleichtert auf, Miami besser kennen zu lernen. Bis dahin hatten wir vor allem die Stadt Miami gesehen, welche uns nicht sehr gefiel. Doch auch ein Tag in South Beach liess uns nicht richtig warm werden mit dieser Stadt. Klar, der Strand ist toll und auch die Art Deco Gebäude am Ocean Drive sehen schön aus, dennoch fehlt uns der Charme europäischer Altstädte, den wir so schätzen. Vielleicht war es auch das windige, bewölkte Wetter.

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Auf dem Rückweg machten wir Halt im Wynwood Art District, wo unser Eindruck von Miami schlussendlich doch noch ins positive umschwenken sollte. Wynwood ist ein ganzes Quartier voll mit tollen Graffiti, hunderte Wände wurden in riesige Kunstwerke verwandelt. Es gibt dutzende Galerien und einige gemütliche Bars und Cafés, wo man draussen sitzen kann. Uns hat es hier so gut gefallen, dass wir viel zu viele Fotos machten. Ihr könnt alle in unserer Flickr Fotogalerie betrachten.

Am letzten Tag regnete es die ganze Zeit, wir brachten unseren Mietwagen früh zurück und sassen danach im Flughafen, geschützt vor dem stürmischen Wetter. Miami, du machst uns den Abschied leicht!

Das Wetter in Buenos Aires sieht viel besser aus.

Everglades National Park

Als ich im Vorfeld zu unserer Reise erwähnte, dass wir die Everglades besuchen werden, waren die Reaktionen der Zuhörer sehr identisch: ‚Ui, seid vorsichtig, da gibt es Alligatoren, die sind gefährlich!‘

Von den Mücken hat keiner was gesagt! Dass die viel bissiger sind als Alligatoren und auch keine Menschenscheu kennen, muss ich hier nicht erwähnen, aber dazu komme ich später.

Mangroven
Mangroven neben der Looproad
Baby Alligator
Baby Alligator
Mangroven neben der Loop Road
Einblick in eine fremde Welt

Zum Einstieg in die Everglades gönnten wir uns die Loop Road. Bequem im Auto und ohne die Gefahr der Natur physisch zu nahe zu kommen, cruisten wir gemütlich über diese Route. Von einer Minibrücke zur nächsten. Dazwischen war dichte Mangrovenvegetation, die mich stark an ein Dschungelpuzzle aus meiner Jugend erinnerte. Jede Minibrücke bot einen Einblick in die Wasserwelt jenseits der Mangrovenwand. Vögel und Fische waren die Tiere, die wir am häufigsten beobachten konnten. Ab und zu sahen wir einen Alligator. Sehr scheue Tiere! Kaum bemerkten sie uns, tauchten sie jeweils in ihre Unterwasserwelt ab.

Die Nacht verbrachten wir ausserhalb des Parks, da wir erst nach Sonnenuntergang die Loop Road beendeten und die Parks normalerweise bei Sonnenuntergang ihre Pforten schlossen.

Bei der Einfahrt auf dem Miami Everglades Campground in der Nähe von Homestead empfingen uns zahlreiche Nascar Plakate. An der Rezeption erklärte uns dann die nette Dame mit einem bedauernden Lächeln, dass gerade das letzte Rennen der Nascar Saison gefahren wird und sie uns deswegen nur das Nascarpaket für 370$ anbieten könne. Wir sollen doch sonst mal beim State Park anfragen, ob dort noch was frei sei. Wir erklärten ihr dann, dass der sicher schon geschlossen ist und fragten, ob sie Internet hätte, damit wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen könnten. Irgendwie müssen wir einen bedauernswerten Eindruck gemacht haben. Auf jeden Fall änderte sie ihre Meinung und verkaufte uns eine Nacht für 38$. Glück gehabt!

Nach dieser Nacht unter dem Licht einer Strassenlaterne freute ich mich sehr auf die Abgeschiedenheit im Everglades National Park. Frohen Mutes fuhren wir bis zum Flamingo Visitor Center. Dort empfingen uns bereits die ersten Mücken. Kein Problem, schliesslich hatten wir uns mit der Super-Anti-Mücken-Waffe Ben’s 100 ausgerüstet, nach dem wir, besonders ich, auf den Keys von Sandflöhen überfallen wurden.

Beste Freunde: Ben's 100 und Click-Away von Care Plus
Beste Freunde: Ben’s 100 und Click-Away von Care Plus
Böses Omen?
Böses Omen?

Im Visitor Center stellten wir dann fest, dass der November noch zur Nebensaison der Everglades gehört. Die Nine Mile Pond Tour, die wir mit dem Kanu machen wollten, aber auch ohne Ranger befahren werden kann, klang in unseren Ohren ganz verlockend. Auf Grund der Dauer von ca. vier Stunden entschieden wir uns, diese erst am folgenden Tag zu machen.

Spielen im Wind
Spielen im Wind

Erst wollten wir unseren Gleitschirmen die weiten der USA zeigen. Dazu fuhren wir an den Strandteil des Flamingo Campgruonds. Der Wind wehte perfekt vom Meer her. Es tat gut, mal wieder die Leinen in den Händen zu halten und etwas mit dem Wind zu spielen. Aber heiss war es!

Spielen im Wind

Spielen im Wind kurz vor Sonnenuntergang

Ben’s 100 hin oder her, nach Sonnenuntergang begann die Mückenhölle! Wir erlebten nun am eigenen Leib, weshalb noch Nebensaison in den Everglades war. Zu Hunderten überfielen uns die Mücken. Die einzigen sicheren Orte waren im Auto, im Zelt, unter der Dusche oder eingepackt in Regenkleider. Die ganze Nacht über hörte ich die Biester ausserhalb des Zeltes bedrohlich sirren. Das macht echt Laune! Nine Mile Pond ist gestrichen! Da bringen mich keine hundert Pferde hin!

Fazit: Die Everglades sind wirklich schön. Vom Auto aus. In der Nacht taugen sie eher als Mutprobe Location.

Vielleicht ist es während der Hauptsaison, die am 21. Dezember startet, besser. Ein Versuch wäre es auf jeden Fall wert.