Dieser unglaublich gute Sommer schien uns ein Hoch nach dem Anderen zu bieten. Nur selten hatten wir seit Mai ein paar Regentropfen abgekriegt. Uns war aber klar, dass es nicht ewig so weitergehen konnte. Mitte August war es dann so weit. Ein Sturmtief kündigte für längere Zeit schlechtes Wetter an. Flexibel wie wir sind, änderten wir unsere Reiseart spontan von Flugreise zu Städtereise. Das Wetter war dann zum Glück doch gar nicht so schlecht!
Kettenkarusel am Wiener Prater
In Südamerika kreuzten sich unsere Wege immer wieder mit jenen von Martin. Da war es selbstverständlich, dass wir ihn auch hier in Europa besuchen gehen, wenn wir schon in der Nähe waren. Er lud uns netterweise ein, einige Tage in seiner Wohnung zu schlafen. Auf dem Weg vom Ötztal nach Wien nutzten wir einen einigermassen sonnigen Morgen, um durch die Innenstadt von Salzburg zu schlendern.
Salzburg
Wir waren früh dran, parkten unser Auto in der Parkgarage unter der Burg und genossen die Ruhe in der Stadt beim Frühstück. Später spazierten wir durch die Menschenleeren Gassen und dann rauf zur Burg. Als wir wieder runter in die Stadt kamen, bot sich uns ein ganz anderes Bild. Der tägliche Touristenwahnsinn. Menschenmassen schoben sich langsam durch die Gassen der Altstadt. Asiatische Reisegruppen wuselten aufgeregt ihren Guides hinterher und wir hatten alle Hände voll zu tun um nicht vom einen oder anderen Selfiestick erschlagen zu werden.
Ok, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber es war richtig voll. Das mag ich nicht. Trotzdem verweilten wir etwas länger, besuchten den RedBull Merchandise Laden, wo man viel Geld für Kleidung bezahlen kann, die voll mit RedBull Werbung ist. Der Laden ist aber toll dekoriert, mit kleinen und grossen Zeugen der von RedBull unterstützten Projekte.
Liebesschloss Brücken gibt es überall
Die geschmiedeten Schilder der Geschäfte sind wirklich schön
Blick von oben über Salzburg
Salzburger Dom
Wien
Martin hiess uns in Wien und seinem Zuhause willkommen. Wir hatten uns viel zu erzählen und so wurde es weit nach Mitternacht, bis wir in unsere Schlafsäcke schlüpften. Am nächsten Morgen liehen wir uns Fahrräder über das tolle City Bike System von Wien (Anmeldung für Touristen mit Kreditkarte möglich. Bis zu 30 Minuten pro Fahrt gratis!) und Martin fuhr mit uns die Ringstrasse entlang und spielte den Reiseführer. Schon toll jemanden zu haben, der einem all die kleinen Geschichten und Anekdoten erzählen kann. Eindrücklich, was die Habsburger für riesige Paläste erbaut haben. Die Innenstadt erkundeten wir an einem anderen Tag allein und zu Fuss.
Auch der Prater stand natürlich auf unserem Programm. Während uns die ganzen Achterbahnen eher kalt liessen, war eine Fahrt auf dem grössten Kettenkarusell der Welt natürlich Pflicht. Im angrenzenden Park gönnten wir uns danach einen Eiskaffee mit Topfenstrudel.
Apropos Essen. Wenn man in Wien ist, muss natürlich ein Wiener Schnitzel probiert werden. Dazu führte Martin uns in ein authentisches Lokal aus. Dort wird in der Gaststube hauptsächlich geraucht und Karten gespielt. Wir sassen draussen, und konnten so den leckeren Geschmack des Essens richtig geniessen, ohne Zigarettenrauch. Wusstet Ihr, dass zwar das echte Wiener Schnitzel vom Kalb kommt, aber trotzdem mehr Schweinsschnitzel serviert werden, weil es die Leute besser mögen?
Am Samstag fuhren wir mit Martin aus der Stadt raus zum Naherholungsgebiet der Wiener. Der hohen Wand. Neben Gleitschirmfliegern findet man hier vor allem Kletterer. Es scheint in diesen Fellswänden fast mehr Borhaken als Felsen zu haben. Wir hatten die Gleitschirme natürlich dabei, der Ostwind war aber zu stark. Plan B lautete Klettersteig. Der war sehr einfach und schnell erledigt. Wir stiegen darüber sogar wieder ab. Danach blieb nicht mehr genug Zeit für einen zweiten Klettersteig deshalb versuchten wir uns im Klettergarten noch an einigen kniffligen Routen. Leichte und schwere Routen sind hier oft gleich nebeneinander, so dass man zuerst über die leichte Route das Seil oben einhängen und dann beliebig die schwere Route ausbouldern kann.
Als Martin mit der Arbeit verreisen musste, überliess er uns kurzerhand seine Wohnung bis wir weiter nach Slowenien reisten. So konnten wir Wien noch etwas länger unsicher machen und einige der im letzten Jahr verpassten Blockbuster auf einem richtig grossen Fernseher anschauen.
Kurz vor unserer Abreise ging wieder einmal einer unserer USB Power Packs kaputt. Die Dinger sind anscheinend nicht für die harten Bedingungen auf unserer Reise gemacht. Oder allgemein billig verarbeitet.
Jedenfalls konnten wir von den Vorteilen der Grossstadt profitieren. Schnell war im Internet ein Hackerspace in der Nähe gefunden, wo wir den Akku demontieren und eine defekte Lötstelle reparieren konnten. Mehr Infos zum Thema USB Power Packs für Reisen folgen bald in einem anderen Bericht.
Martin
Das tolle City Bike System
Museumsquartier
Baden auf dem Fluss
Prater
Kettenkarusell
Leckerer Eiskaffee und Topfenstrudel
Republik Kugelmugel
Hohe Wand
Klettersteig
Pause
Innsbruck
Kurz vor Schluss unserer Europatournee besuchten wir noch Innsbruck. Da war uns das Wetter aber nicht so gnädig gesinnt. Kurz nach unserer Ankunft begann es zu regnen wie aus Kübeln. Wir bewegten uns entlang der Lauben des Stadtkerns. So konnten wir die Altstadt quasi trockenen Fusses besichtigen. Das ganze wäre aber sicher schöner gewesen bei blauem Himmel. Das sieht man leider auch an den Fotos.
Warst Du auch schon auf Städtereise in Österreich? Welches waren die schönsten Orte? Schreibe einen Kommentar.
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Das Ötztal im Tirol ist nicht nur wegen der gefrorenen Mumie „Ötzi“ bekannt und beliebt, sondern bietet auch eine Fülle an Möglichkeiten für Outdoor-Begeisterte. Valerie besuchte uns dort und so testeten wir zu dritt, was das Ötztal für aktiv Urlauber zu bieten hat.
Stuibenfall, Umhausen
Vor unserer Ankunft hatten wir uns online über die vielen Möglichkeiten informiert und uns die iÖtztal App aufs Handy installiert. Es gibt auf der Webseite auch noch Hike und Bike Map Apps, die haben wir aber nicht verwendet. Als Basis für unseren Aufenthalt wählten wir den Campingplatz in Umhausen. Der liegt gleich neben einem Gleitschirm Landeplatz und bietet eine Boulderwand, Slackline und einen Unterstand, den wir bei Regen zum Kochen nutzten konnten. Zum Glück regnete es aber nicht so oft und wir konnten viele Ausflüge unternehmen. Wir waren mit dem Auto unterwegs, der gut ausgebaute ÖV im Ötztal erlaubt es einem aber auch ohne Auto fast alle Ausgangspunkte zu erreichen.
Klettersteig am Stuibenfall
Ein kurzer Spaziergang vom Campingplatz brachte uns an den Fuss des Stuibenfalls. Hier befindet sich der Start der Via Ferrata. Gleich zu Beginn will eine Seilbrücke überquert werden, dann folgt eine kurze Wanderung bevor es in den abgesicherten Fels geht. Diese erste Prüfung bestanden wir natürlich alle mit Links. Die zwei überhängenden Schlüsselstellen die im Fels auf uns warteten, konnten wir trotz unseren enormen Rucksäcke auch überwinden. Kurz vor Schluss durften wir uns auf einer weiteren Seilbrücke über den Tosenden Stuibenfall hangeln. Der Klettersteig ist eher einfach eingestuft und mit entsprechender Absicherung auch mit Kindern zu machen. Während die anderen Besucher des Klettersteigs nun bei grosser Hitze zurück ins Tal wandern mussten, hatten wir vorgesorgt für einen Abstieg mit Stil. In unseren Rucksäcken hatten wir die Gleitschirme dabei.
Klettersteig Selfie
Grosse Rucksäcke
Seilbrücke über den tosenden Stuibenfall
Gleitschirmfliegen
Nach dem Ausstieg des Klettersteigs stiegen wir etwas weiter auf, bis zur Startwiese. Ziemlich verschwitzt und hungrig nach der ganzen Anstrengung mussten wir uns zuerst kurz ausruhen. Als wir bereit waren zum Fliegen zog der Talwind schon ziemlich ums Eck. Es war klar, dass der Startplatz nicht perfekt ist bei diesen Bedingungen. Trotzdem klappte auch der Tandemstart nach einigen Versuchen. Schnell entfernten wir uns vom Gelände und den vielen drohenden Lee Situationen bei jeder Bergrippe. Die Luft war unruhig, der Wind stark. So dauerte der Flug nicht allzu lange bevor wir auf der Wiese neben dem Campingplatz sanft hereinschwebten. Unser erstes Klettersteig and Fly war aber auf jeden Fall ein voller Erfolg. Valerie hat von diesem Tag ein nettes Video erstellt!
Bei unserer vorgängigen Internetrecherche fiel mir der Name Area47 sofort ins Auge. Da hatte ich doch vor langer Zeit ein Youtoube Filmchen gesehen. Die Erinnerung daran war verblasst. Wasserrutschen, Sprungbretter, ein Blob, Deep Water Soloing und solche verrückten Sachen. Mehr musste ich auch gar nicht wissen! Klar gehen wir dahin!
Bei unserer Ankunft waren dann schon alle Parkplätze besetzt, wir mussten auf dem Parkplatz vom Hofer, weit entfernt vom Eingang parken. 20 Minuten laufen wären von dort angesagt. Zum Glück nahmen uns zwei Gärtner in ihrem VW Bus mit bis zum Eingang. Der erste Eindruck vom Spass Park war dann eher ernüchternd: In den Youtube Videos sah das Ganze viel grösser aus, und mit viel weniger Teenies. Aber alles was angepriesen wurde war da.
Nach einer kurzen Runde über das Gelände stellten wir uns in die Schlange für den Blob. Da wollte es nicht recht vorwärts gehen, weil der Aufpasser gleichzeittig noch für die Skisprungschanze und den Zipfelbob verantwortlich war. Schlussendlich wurden wir dann aber doch in hohem Bogen ins Wasser katapultiert. Danach gings gleich weiter zum Schwimmen, dann die Rutschbahnen ausprobieren. Nach einer kurzen Pause zum Trocknen, übten wir uns auf den Slacklines, bevor wir uns an die lange Waterline heranwagten. Schliesslich hiess es noch die Boulderwand über dem Wasser ausprobieren. Zipfelbob und Skisprungschanze liessen wir aus. Man hätte ewig anstehen müssen und dann sah es auch noch gefährlich aus ;-).
Auf alle Fälle war es spassig, wenn auch etwas überlaufen!
Sportklettern im Ötztal
Von den 20 Klettergärten im Ötztal besuchten wir zwei. Die Engelswand und den Klettergarten in Oetz. Beide sind an Ostflanken und so bis Mittag im Schatten. Am späteren Nachmittag kommt der Schatten aber relativ früh zurück. Es sind jeweils Schilder mit den Topos vor Ort aufgestellt. Wir waren nach langer Kletter Abstinenz vor allem froh, dass es auch einige sehr einfache und vor allem gut abgesicherte Routen gab.
Konzentration
Wandern auf dem Waalweg in Sölden
Ja, Wandern wollten wir auch noch. Aber eher gemütlich. Nicht zu lang. Nicht zu anstrengend. Cool, dass alle diese Infos der verschiedenen Wanderrouten auf der App oder der Webseite verfügbar sind. Wir stiessen auf den Mooser Steg, einen Waalweg. Hmm, was ist ein Waalweg nochmal? Auch dafür hat die Webseite von Sölden eine Antwort parat:
Mooser Steg Waalweg
Der Mooser Steg ist ein Waalweg, diente also einst der Bewässerung der Weiden. Heute bahnen sich sanfte Bäche den Weg zwischen steilen Felshängen und Blockhalden durch urtümliche Bergsturzwälder. Eine beeindruckende Landschaft – mystisch, mächtig und moosig…
– http://www.soelden.com/
Aha.
Bei der Wanderung stellte sich dann heraus, dass der Wanderweg eigentlich die früheren Service Wege der künstlichen Wasserläufe ist. Zuerst stiegen wir auf der linken Seite eines reissenden Bergbachs auf. Oben genossen wir die mitgebrachte Brotzeit auf dem Picknick Platz. Dort stehen sogar drei Hängematten aus Holz. Das ganze war sehr bequem. Ich könnte mir diesen Ort sehr schön als Biwakplatz vorstellen. Vor dem Abstieg querten wir den Bergbach. Von dort folgten wir den restaurierten künstlichen Wasserläufen am Hang entlang bis zurück nach Sölden. Die Wanderung war wirklich einfach und das Element der künstlichen Wasserläufe, komplett mit kleinem Wasserrad sorgte für etwas Abwechslung und Unterhaltung beim Abstieg.
Gemützliche Hängematten
künstliche Wasserläufe
Nach so vielen verschiedenen Aktivitäten hatten wir dann etwas Entspannung nötig. So gönnten wir uns auch einen Abend im Thermalbad Aqua Dome in Längenfeld und eine riesige, leckere Pizza, bevor Valerie schon wieder nach Hause fuhr und wir uns auf den Weg Richtung Wien machten.
Warst Du auch schon im Ötztal, oder kennst andere Outdoor Paradiese, dann schreib uns einen Kommentar.
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Nach unserer Ausreise aus der Schweiz fuhren wir kreuz und quer durch den Norden Italiens. Dabei übernachteten wir ausschliesslich auf Parkplätzen und in versteckten Winkeln, da wir feststellten, dass im Gegensatz zu Buffala Mozzarella, Parmesan und Carpaccio die Preise für Übernachtungen auf Campingplätzen sehr stattlich waren.
Mmh, Carpaccio mit Ruccola und Parmesan!
Nachts sind alle Winkel dunkel
Als wir die Schweiz Richtung Italien verliessen, setzte bereits die Dämmerung ein. Jetzt einen geeigneten Schlafplatz zu finden stellte sich als Herausforderung sondergleichen heraus: Mussten wir uns doch vorstellen, wie die Umgebung am gewählten Platz bei Tag ausschauen könnte. Industriegebiete eigneten sich daher denkbar schlecht, auch wenn sie im Dunkeln wirklich nach einer guten Schlafgelegenheit aussahen. Wir entschieden uns dann für den Parkplatz einer Sportbar nicht weit von der Hauptstrasse entfernt und hatten damit eine nicht allzu schlechte Wahl getroffen. Einzig das Thema Toilette war nicht abschliessend geklärt. Kein Problem bei Nacht, da findet sich immer ein dunkler Winkel, in den man sich verkriechen kann. Bei Tageslicht gestaltet sich das Vorhaben dann mitunter eher schwierig. Nun denn: Für die nächste Nacht brauchen wir am liebsten einen Wald oder ein Klo in der Nähe.
Mit Toilette, aber…
Gesucht, gefunden. Am Ufer des Lago Maggiore in der Nähe von Luino fanden wir einen Parkplatz mit ToiToi Toilette. Der Platz selbst war gut mit Bäumen gesäumt und wir stellten unseren Minicamper in den hintersten Winkel. Frohen Mutes stellten wir uns auf eine geruhsame Nacht abseits von Strassenlärm und sonstigen Störfaktoren ein. In der dunkelsten Stunde der Nacht weckte uns dann der Nerv tötende Ton einer Alarmanlage. Noch etwas schlaftrunken realisierten wir, dass es sich nicht um die Alarmanlage eines Autos handelte sondern um jene eines Hauses. So schrillte die Sirene ohrenbetäubend laut durch die Nacht und vermischte sich alsbald mit den Martinshörnern der herannahenden Kavallerie. Mist, Polizei im Anmarsch! Vorbei war es mit gemütlichem Schlafen und erfolglosem Verdrängen der Sirenen. Wir hofften sehr, dass sich das Grundstück weit genug von unserem Schlafplatz entfernt befindet und wir nicht in den nächsten Minuten von Einsatzwagen umstellt sein werden. Als auch eine halbe Stunde später noch kein Streifenwagen neben uns aufkreuzte, beschlossen wir so gut es geht doch noch etwas zu schlafen.
Stellplatz deluxe mit ToiToi
Lago Maggiore
Schlafen könnt ihr da…
Im Fluggebiet vom Monte Cornizzolo wurde uns mitgeteilt, dass wir sehr wohl am Landeplatz von Suello schlafen könnten. Nur tagsüber sollen wir den Wagen besser auf den benachbarten Restaurantparkplatz stellen, da es bereits mehrere Male vorgekommen sei, dass Autos von Piloten während deren Abwesenheit aufgebrochen und ausgeräumt wurden. Na toll, worauf haben wir uns da bloss eingelassen?! Die Nacht verlief dann ruhig und ohne Zwischenfälle. Das Pinkelproblem war hingegen wieder akut.
So sehen Orte aus, an denen Autos ausgeräumt werden… Unseres zum Glück nicht!
Mobile Life App
Seit wir nicht mehr in Spanien unterwegs waren, erwies sich die Karte von Furgovw als nicht mehr so nützlich. Eine Alternative musste her. Deshalb haben wir uns die App Mobile Life besorgt. Diese zeigt sämtliche registrierten Camper Van Stellplätze und Dumping Stations auf. Es wird auch angegeben, ob die Übernachtung kostenlos oder Gebührenpflichtig ist. Da wir ja ein normales Auto hatten, waren wir bis zu Letzt nicht sicher, ob denn diese Stellplätze auch für uns gedacht sind, gefragt haben wir aber nie jemanden.
Einige Nächte verbrachten wir also auf diesen Camper Standplätzen. Manchmal mit, manchmal ohne Wasser und leider nie mit Toilette.
Stellplatz in Gandino mit Wasseranschluss
Der Zaun hat Lücken
Auf dem Monte Avena in Feltre wollten wir am Startplatz übernachten. Dieser bot sich auch förmlich an, da gleich daneben einige Tisch-Bank Kombinationen Standen, die zum Kochen und Essen einluden. Nach Einbruch der Dunkelheit fuhr der Bauer noch einige Male an unserem Lagerplatz vorbei und beäugte uns jeweils argwöhnisch. Als wir es uns in unserer Kutsche bequem machen wollte, liess er dann seine Jung Kühe auf die Weide. Schnell stellten wir fest, dass der vermeintliche Zaun einige Lücken hatte und die Kühe somit ungehindert unser Auto umzingeln konnten. Uns war dann das Risiko zu hoch, dass während der Nacht sich eine Kuh unser Auto als Kratzpfosten auserwählen könnte und dies zu Schäden am Mietwagen führen würde. Kurzerhand räumten wir das Feld und suchten uns im Wald entlang der Strasse eine geeignete Nische.
Nein, Moritz hat mich nicht unter den Tisch getrunken…
Schöne Aussicht bei Nacht auf die Lichter von Feltre
Warten auf guten Wind
Mobiles Klein Venedig während dem Zmorge
Und sonst so?
Neben der Schlafplatzsuche beschäftigten wir uns vorwiegend damit geeignete Fluggebiete ausfindig zu machen. Manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. In Luino, und Gandino waren die Verhältnisse nicht fliegbar. San Fermo stellte sich bei näherem Betrachten als kompliziert heraus. Um dort zu Fliegen, benötigt man eine Bewilligung vom lokalen Modellflugzeugverein.
Mangels Duschmöglichkeiten und wegen grosser Hitze gönnten wir uns gelegentlich ein Bad in den umliegenden Seen. Als wir uns nach acht Tagen ohne Dusche auf ins Ötztal machten, freuten wir uns dann doch darauf, mal wieder auf einem Camping zu übernachten und regelmässig Duschen zu können.
Warst du auch schon ein Mal länger mit dem Auto unterwegs und hast darin geschlafen? Vielleicht kennst du noch weitere Möglichkeiten, wie man einen guten Gratis Schlafplatz findet oder hast sonst gute Tipps auf Lager, dann schreib einen Kommentar.
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Unsere Zeit in der Schweiz war mehr ein kurzer Besuch als eine Rückkehr. So konnten wir alle Annehmlichkeiten, Parties, Einladungen zum Essen und Treffen mit Freunden geniessen, ohne uns Gedanken über so wichtige und komplizierte Dinge wie wie Job- und Wohnungssuche zu machen. Aber zuerst freuten wir uns darauf, nach zwei Monaten Camping wieder einmal in einem richtigen Bett zu schlafen.
Abendstimmung am Gurtenfestival
Wir waren abends direkt nach der Preisvergabe von Le Grand-Bornand losgefahren und wollten irgendwo auf einem Parkplatz übernachten, die Aussicht auf ein richtiges Bett brachte uns aber dazu gleich durchzufahren bis zu Hans und Reni, wo wir um 2 Uhr Morgens ankamen. Wir hatten schon fast ein schlechtes Gewissen, weil wir sie so spät wachhielten, doch sie waren gar noch nicht so lange zuhause und mit den Nachbarn im Drachengarten den Abend am geniessen. Obwohl wir uns schon in Barcelona gesehen hatten, gab es natürlich viel zu erzählen und es wurde spät, bis wir ins Bett – und sofort in einen tiefen Schlaf – fielen.
Nach so langer Abwesenheit hatten wir natürlich einen grossen Nachholbedarf an
Parties mit Freunden und Familie
So stand am nächsten Abend schon Benis Geburtstagsparty an. Nachdem er und Tahi uns in Barcelona besucht haben, wollten wir dieses Fest auf keinen Fall verpassen. Das war eine gelungene Party! Aus dem eigens organisierten Zapfhahn floss das Bier in Strömen und der Grill wurde im Verlauf der Nacht mehrmals wieder angeworfen.
Zwei Tage später verschoben wir unser Quartier zu Valerie und Yann. Pünktlich um mit Vali auf ihren 30. Geburtstag anstossen zu können. Das Feiern verschoben wir aber auf das Wochenende wo das Gurtenfestival stattfand. Wir hatten unsere eigenen Budgetvorgaben ignoriert und uns einen 3-Tages-Pass gekauft. Schlafen durften wir während dieser Zeit in Valeries wunderschöner Airbnb Wohnung im Herzen von Bern(Melde dich bei Airbnb an und profitiere von 18 Euro/CHF Rabatt auf deiner ersten Buchung!). Wie immer war natürlich ganz Bern auf dem Gurten, das Wetter und die Musik am geniessen. Ein Highlight war Patent Ochsner am Sonntag Abend, aber das war von Anfang an klar. Überraschend war die Band Shaka Ponk, die am Samstag Abend auf der Hauptbühne vor sehr kleinem, aber extrem motiviertem Publikum spielte.
In der Woche nach dem Gurtenfestival machten wir uns auf den Weg nach Disentis, um Barbara und Hans zu Besuchen. Auf dem Weg verbrachten wir einen geselligen Abend bei Florian in Emmetten. Das früh Aufstehen am nächsten Morgen (manche Leute müssen ja arbeiten) war zwar ungewohnt, hatte aber auch einen Vorteil. Wir erreichten Disentis pünktlich zum reichhaltigen Frühstück. Nach einer ruhigen Nacht im Bergdorf führte unser Weg zurück nach Bern zu Meli und Roger für einen legendären Fondue & Raclette Abend. Schliesslich mussten wir den ganzen verpassten Käsekonsum der letzten Saison nachholen.
Nach diversen weiteren Treffen und Grillabenden, unter anderem bei Pia & Urs, Sari & Groni und bei Cindy & den Katzen stand am 31. Juli noch das Feuerwerk über dem Bielersee an. Lange war nicht klar, ob es wegen der anhaltenden Trockenheit überhaupt stattfinden würde. Die perfekte Gelegenheit uns von allen zu verabschieden, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Den 1. August verbrachten wir in der Hardern, wo ein Nachbar ein grosses Fest mit Konzerten veranstaltete, welche leider gegen Mitternacht von der Polizei (AM 1. AUGUST! HALLO?) beendet wurden.
Lounge
wunderschöner Garten
Benis Geburi Party
Essen mit Aussicht im Mishio
Familie
Valeries wunderschöne Airbnb Wohnung in Bern
Abendstimmung am Gurtenfestival
Fondue & Raclette
Feuerwerk
kleine Bühne, laute Musik
Die Katzen wollten uns zuerst nicht mehr kennen
Tandemprüfung und Fliegen
Im Frühling erlagen wir der Illusion, dass wir bei unserem Besuch im Sommer dann Zeit für einige nette Streckenflüge haben würden. In diesem Irrglauben bezahlten wir auch bereitwillig den Betrag für die Schweizer Sportlizenz. Drei Wochen sind aber eine kurze Zeitspanne, wenn man seine Freunde und Familie alle noch sehen will.
Dazu hatte Eli ja seit Barcelona schon viele Übungsflüge mit dem Tandem gemacht, und wollte die Tandem B Prüfung hinter sich bringen. Der Prüfungstermin war gleich in der ersten Woche. Sicherheitshalber hatte sie zwei mögliche Passagiere organisiert, sich dann aber für den kleineren und leichteren entschieden. Dieser hatte prompt am Abend vor der Prüfung was schlechtes gegessen und die ganze Nacht erbrochen. Am Morgen war es aber zu spät den Passagier zu wechseln. Mit viel Glück und einem Vario im Jackensack (bei 30°C) erreichte er beim Wiegen trotzdem noch seine 70 Kg. Glück gehabt.
Einer verpatzten ersten Landung folgte ein erfolgreicher zweiter Flug. Wegen einem aufziehenden Gewitter wurde die Prüfung aber abgebrochen. Letzte Chance für Eli war, den letzten Flug an einer Prüfung kurz vor unserer Abreise noch zu machen.
Also hiess es wieder einen Passagier zu organisieren. Am Tag der Prüfung waren wir eine grössere Gruppe an Supportern. Während in Interlaken am Landeplatz der Wind noch wechselhaft war, wartete Eli geduldig auf den richtigen Moment, um ihre letzte Chance zu verwerten. Ich war unten am warten und wahrscheinlich 200 Mal nervöser als sie. Eli dagegen war die Ruhe selbst und landete souverän im Kreis. Diesen Erfolg gingen wir gleich im Hooters feiern.
Neben der Arbeit als Privatfluglehrer, konnte ich in der Schweiz auch zwei Tandemflüge machen. Den ersten mit Ändu am Bözingenberg bei tollen Bedingungen und ohne Angriff vom Killervogel. Den Zweiten mit Isa in Interlaken.
Die KEAs haben wir in der ganzen Zeit nur einmal ausgepackt. Bei unserem Besuch in Disentis. Die Bedingungen waren toll. Kein Wind als wir die Gondelbahn bestiegen. Dass es kein Hammertag war, sahen wir an den Wolkenverhangenen Berggipfeln rund um uns. Nach einer längeren Wanderung zum Startplatz (der Sessellift ist nur im Winter in Betrieb, oder bei Gleitschirmwettbewerben), herrschte dort sogar etwas (Seiten-) Aufwind. Nach dem Start war etwas Soaring an den Felsen möglich, die Bedingungen waren uns aber nicht geheuer. Die Luft schien extrem turbulent. Als wir ins Tal raus flogen standen wir plötzlich in einem extrem böigen Westwind von 30Km/h und mehr. Zum Glück ist das Landefeld in Disentis riesig. So konnten wir einigermassen sicher landen. Trotzdem war das eine Situation, die uns wieder einmal die Grenzen unseres Sports gezeigt hat. Erstaunlich auch, dass diese Bedingungen vom Startplatz aus für uns nicht zu erkennen waren.
Tandemflug mit Ändu am Bözingenberg
Tadem üben
Da sind wir nicht mehr die einzigen mit Ribcaps
Eli im Anflug
Bestanden, und der Passagier GEstanden 😉
grosser Fanclub war dabei
Tandemflug mit Isa über Interlaken
Erneuerung und Instandhaltung der Ausrüstung
Die Zeit in der Schweiz nutzten wir auch um unsere Ausrüstung zu erneuern. Einige kleine Dinge, die wir nie verwendet haben, blieben zuhause. Vor allem überzählige USB Kabel, GoPro Zubehör und lange Unterhosen. Anderes hatten wir im Dauereinsatz, so dass es ausgetauscht werden musste. Die wichtigsten Punkte waren:
T-Shirts: Die Icebreaker Kleidung ist toll, stinkt nicht und gibt ein angenehmes Klima beim Tragen. Leider ist die Schafwolle aber nicht sehr Widerstandsfähig. Unsere T-Shirts waren voller Löcher. Was soll man auch erwarten, wenn man die gleichen drei Shirts während 8 Monaten im Dauereinsatz hat. Wir haben uns je zwei neue Icebreaker Shirts gegönnt.
Schuhe: Die Haglöfs Wolken waren super leicht, aber lösten sich nach so vielen Kilometern zu Fuss langsam auf. Teva hat uns freundlicherweise je zwei Paar Schuhe für unsre Weiterreise zur Verfügung gestellt. Leider haben die Frauenmodelle nicht mit Elis Fussbett zusammengepasst. Bei Moritz passten sie dafür wie angegossen.
Gleitschirme: Nach 8 Monaten im Härtetest haben die netten Menschen bei MCC Aviation unsere Ausrüstung einem Check unterzogen. Wir durften dabei sein und viel lernen beim Reparieren von Löchern – von scharfen Steinen bei einer harten Landung – im Gurtzeug, beim Packen des Notschirms und beim Check des Schirms und dem anschliessenden Nachtrimmen.
Flytec: Bei einem Besuch im Betrieb zeigte uns Jörg Ewald die Produktion, das Geheimnis der Genauigkeit der Flytec Varios (jeder Sensor wird einzeln vermessen!) und erzählte uns von den zukünftigen Plänen für das erste Smartvario der Welt, das Flytec Connect 1. Wir freuen uns, ein solches dabei zu haben und es auf Herz und Nieren testen zu können!
Laptop: Nachdem unser erster Laptop die unangenehme Angewohnheit hatte, kurz vor jeder Deadline für Berichte den Geist aufzugeben, haben wir uns kurzerhand einen zweiten, günstigen gekauft. So dachten wir, haben wir immer mindestens einen, der funktioniert. Seither hat der erste Laptop natürlich nie wieder Probleme gemacht.
Gilles checkt die Leinenlängen
Notschirm packen
ein kleines Loch im Gurtzeug wird professionell repariert
Schicke Verpackung des neuen Connect 1
Die Haglöffs Wolken sind durch
dafür gabs schicke neue Schuhe von Teva
In nur 3 Wochen hatten wir uns so an den Luxus von richtigen Betten, Duschen, Strom und WiFi und netter Gesellschaft gewöhnt, dass uns das Weiterfahren nicht leicht fiel! Es ist halt schon einfacher, wenn man nicht jeden Abend nach einem Schlafplatz suchen muss, das Auto vor dem Schlafen gehen nicht komplett umräumen muss und wenn es regnet gemütlich in einer Küche kochen kann. Wir wussten aber, dass mit diesen Herausforderungen auch wieder neue Ortschaften, Erlebnisse und Bekanntschaften kommen würden. Und vor allem wieder Zeit zum Fliegen! Mit dieser Gewissheit machten wir uns auf den Weg Richtung Süden.
Unsere Reise geht weiter in Richtung Osten. Asien und Australien stehen in den nächsten Monaten auf dem Programm. Das Programm ist wie immer flexibel. Hast Du Tips für uns auf Lager? Dann schreib uns doch was in den Kommentaren!
Um keinen unserer Artikel mehr zu verpassen und für weitere spannende News rund um die Themen Gleitschirmfliegen, Reisen und Trekkingabonniere unseren Newsletter und folge uns auch auf unseren Seiten bei Facebook, Google+, Youtube, und Instagram– hier findest Du auch aktuelle News und Bilder von unseren Reisen.
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