(K)reisen mit Kanadiern

In Tolmin lernten wir eine Gruppe von Kanadiern kennen. Während die einen den Weg in die Italienischen Dolomiten per Biwakflug aufnahmen, folgten wir anderen ihnen mit dem Auto. Dabei durften wir die besten Fluggebiete des italienischen Nordostens besser kennen lernen. Bevor irgend jemand aber die Dolomiten erreichte, waren einige Umwege angesagt.

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Toplanden in Meduno

Gleich an unserem ersten Tag im Camp Gabrje hatten wir uns mit unseren Zeltnachbarn Will, Marc und Mario – zwei Kanadier und ein ausgewanderter Deutscher – angefreundet. Sie waren auf Europareise und nahmen am Serial Cup teil. An den darauffolgenden Tagen lernten wir beim Landebier zwei weitere Kanadier – Jim und Thomas – kennen. Es schien uns, als habe sich die halbe kanadische Fliegergemeinde im Camp Lijak versammelt. Zu der Gruppe dazu gesellte sich auch Rhys, ein Brite der in Spanien lebt und den Sommer wie wir auf Paragliding Roadtrip verbrachte.

Biwakfliegen

Nach Ende des Serial Cups wollten zwei der Kanadier, Jim und Thomas, aufbrechen zu einem Biwakflug von Tolmin bis in die italienischen Dolomiten. Rhys und Marc liessen sich von der Idee mitreissen. Abends bei einem Bier sind solche Entscheidungen schnell getroffen. Beim Morgenessen sah man die fünf inmitten ihrer Ausrüstung sitzen und darob grübeln, was wo reinpasst in den Rucksack beim Wandern, oder ins Gurtzeug beim Fliegen. Doch die gute Vorbereitung lohnte sich. Später am Startplatz liess sich tatsächlich alles irgendwo verstauen. Jim flog seinen Artik von Niviuk allerdings 10 Kg über dem zugelassenen Höchstgewicht. Schon im Hausbart vor dem Startplatz zeigte er uns aber, dass er auch so locker jeden von uns auskurbeln kann. Als grosse Gruppe flogen wir los in Richtung Kobarid. Bei der Querung zum Stol wählten die Biwakflieger die bessere Linie als alle anderen und erreichten die Antennen des Stol ohne Probleme, während wir anderen kurz nach Kobarid am Boden standen. Wegen bedrohlichen Unwetterwolken landeten sie auf dem Stol und schlugen ihr Nachtlager auf.

Der nächste Tag brillierte erneut mit gutem gutem Flugwetter. Während wir unserem Ziel, von Tolmin nach Italien zu fliegen und wieder zurück, nachjagten und schon mal den Stol erreichten, konnten wir dank der Funkgeräte mitverfolgen wie die Biwakflieger vorankamen. Sie starteten am Stol und konnten alle bis auf einen nach Italien fliegen, wo sie kurz vor Gemona hoch oben auf einem Berg landeten. Der eine Pechvogel war kurz nach dem Start ins Lee geflogen und musste in einem waldigen Tal auf einer kleinen Lichtung landen. Während die anderen in einer Berghütte von einem netten italienischen Paar zum Grillieren eingeladen wurden, musste er sich zu einer Strasse durchkämpfen, per Autostop nach Gemona kommen und die halbe Nacht einen Berg hoch wandern um die 30 Kilometer Luftlinie zu überbrücken, die die anderen fliegend in zwei Stunden bewältigt hatten.

Meduno

Währenddessen machten wir uns mit den verbliebenen Kanadiern Mario und Will auf den Weg nach Meduno. Dort genossen wir Soaring an der laminar angeströmten Kante und konnten in der eingelagerten Thermik richtig Höhe machen, so dass man das Meer in der Ferne glitzern sah. Dann war es auch möglich nach vorne in die Ebene zu fliegen und dort nach Aufwinden zu suchen. Einmal drehte ich zu spät um, konnte aber über dem Landeplatz eine Thermik finden, die mich wieder bis an dei Basis brachte. Das macht Spass!

Einige wenige Funksprüche der Biwakflieger liessen darauf schliessen, dass diese eine erste grosse Querung gut gemeistert hatten, dann aber mit der tiefen Basis im Gebirge kämpften. Dann hörten wir erst mal nichts mehr von ihnen. Die Wolken weiter in den Bergen, wo wir sie vermuteten, sahen jedenfalls dunkel aus.

Für Pinkelpausen bot sich der höchste Punkt des Hügels, 50 Meter über dem Startplatz an. Von dort konnte man sich leicht wieder in die Luft schwingen, ohne Angst abzusaufen. So konnten wir auch die letzten, schwachen Aufwinde geniessen, bevor wir hinter dem Startplatz zur Landung ansetzten. Die Stimmung beim Sonnenuntergang war grandios und nach dem Eindunkeln wurde die Aussicht dank den zahlreichen, hell erleuchteten Dörfern in der Ebende noch besser. Zusammen mit einigen anderen Piloten genossen wir die Aussicht bis spät in die Nacht, bevor wir uns auf dem Parkplatz gleich neben der Startrampe schlafen legten.

Am nächsten Morgen nach dem Fühstück ging es gleich weiter mit Fliegen. Die dunklen Wolken kamen aber immer tiefer und mit ihnen schlechtes Wetter. Nach längerer Konsultation der Wetterdaten, flüchteten wir an den einzigen Ort, der für die nächsten Tage fliegbares Wetter versprach.

Bassano

Bassano ist die Hochburg des Italienischen Fugsports. Oder sollte man sagen des Deutschen Flugsports? Die Park- und Campingplätze waren jedenfalls voll mit Deutschen und Schweizern. Da so viel Betrieb herrsch ist natürlich alles streng reglementiert. Man muss sich eine Flying Card kaufen und die Landegebühren bezahlen, sonst wird man von den Pqaragliding Bussen nicht mitgenommen. Für uns war das fast zu viel Troubel, aber zum Glück hatten wir zwei Autos und konnten so selbständig zum Startplatz kommen. Die vielen Thermikbojen in der Luft waren dann doch zu was zu gebrauchen. Wir sahen, dass es weiter unten nur harzig geht und fuhren gleich rauf zum höchsten Startplatz. Von dort wars dann nicht mehr weit bis an die Basis, es reichte aber trotzdem für nette Strecken. Auch Toplanden konnte man dort komfortabel.

Am nächsten Tag hörten wir endlich wieder von den Biwakfliegern. Sie waren auf dem Weg in die Dolomiten ins falsche Tal gequert und wurden durch das schlechte Wetter aufgeholt. So mussten sie nahe einem kleinen Dorf landen. Ohne Aussicht auf fliegbare Tage in den Tiefen der Alpen entschieden sie sich, mit dem Zug nach Bassano zu kommen und mit uns weiterzureisen.

Zurück nach Feltre

Die Wolken hingen immer noch tief über den Bergen, aber wir waren scharf drauf den Kanadiern unseren persönlichen Geheimtipp zu zeigen. Tatsächlich kamen wir in Feltre zum Fliegen, wenn auch nur lokal, da die Basis zu tief war für etwas anderes. Am Abend schlugen wir unser Lager erneut direkt am Startplatz auf und genossen einen Festschmaus.

Von da an trennten sich unsere Wege. Wir wollten langsam nach Deutschland reisen mit einem Stop in Österreich und die Kanadier hatten mit noch mehr kanadischen Piloten in den Dolomiten abgemacht.

Dolomiten trotz allem

Die Wettervorhersage für die nördlichen Alpen war schlecht für die nächsten Tage. Darum nahmen wir den langen Weg durch die Italienische Bergwelt. Plötzlich kam uns das Panorama bekannt vor. Wir waren unabsichtlich mitten in den Dolomiten gelandet. Dazu war es zwar bewölkt, aber man konnte am Col Rodella einige Gleitschirme in der Luft sehen. Wir hatten Zeit und waren da, also ab auf den Parkplatz der Seilbahn und unsere Ausrüstung bereit gemacht. Wir wollten grade loslaufen, als ein uns bekannter, grauer Kombi auf den Parkplatz fährt. Unsere Kanadier natürlich. Zusammen gings los auf die Gondel. Nach dem Start kämpften wir zuerst noch nach Höhe, aber nach 20 Minuten gings plötzlich überall nur noch rauf. Wir taten es allen anderen gleich und flogen raus ins Tal. Als wir zur Landung ansetzten begann es auch schon zu regnen. Als die nassen Ausrüstungen verstaut waren, genossen wir zusammen noch ein letztes Landebier und dann verabschiedeten wir uns erneut. Diesmal wahrscheinlich für etwas lägere Zeit.

Wir hatten eine tolle Zeit mit „unseren“ Kanadiern. Auch wenn wir gerne alleine reisen, hat das Fliegen in grösseren Gruppen seinen ganz eigenen Reiz, ganz abgesehen von den unzähligen lustigen Diskussionen beim Landebier.


Bist du lieber alleine, oder magst du Roadtrips in Gruppen besser. Schreib uns deine Meinung in den Kommentaren.

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Traue nie einem Taxifahrer

Die Reise von Penang nach Cherating, einmal quer über die Malaysische Halbinsel, hatte schon unter einem schlechten Stern begonnen. Kurz bevor wir aus dem Hotel raus liefen, um unseren Nachtbus zu erwischen, begann es sintflutartig zu regnen. Die Abwasserkanäle überliefen sofort und das Wasser stand knöcheltief auf der Strasse. Natürlich konnte man vergessen, bei dem Wetter ein Taxi zu bekommen. Also hiess es mit dem schweren Gepäck am Rücken und dem Regenschirm in der Hand den Kilometer im Unwetter zu Fuss zu gehen. Dies war leider nur der Anfang einer langen, beschwerlichen Reise!

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Das Sammeltaxi ist zum Bersten gefüllt
Ziemlich durchnässt kamen wir nach 15 Minuten am Busterminal an. Auf dem Weg dorthin hatten wir sicher 15 leere Taxis gesehen. Von wegen alle besetzt. Auf unserem „Boarding Pass“ stand 9:30 PM als Abfahrtszeit. Wir sind uns gewohnt, dass Busse nicht extrem pünktlich fahren, aber um halb Elf fragten wir uns doch, wo denn unser Bus bleibe. Mehrere Locals wurden langsam schon nervös.
Mit zwei Stunden Verspätung gings dann doch endlich los. Der Fahrer hatte sich aber vorgenommen die Verspätung durch schnelles Fahren wieder aufzuholen. Das Geholper und das Gefühl, dass der Bus in jeder Kurve fast umkippt, liessen uns nicht wirklich schlafen. Ziemlich müde stiegen wir morgens um 6 Uhr in Kuantan am Fernbusterminal aus dem Bus. Sogleich waren wir von Taxifahrern umringt, die uns als leichte Beute sahen. Sofort wurde uns erklärt, dass von diesem Terminal keine Busse nach Cherating fahren und man ein Taxi zum lokalen Terminal in Kuantan nehmen müsse. Als ich sagte wir warten auf den lokalen Bus, wurde uns versichert, dass hier kein lokaler Bus fahre.
Wir haben während unserer Reise eins gelernt: Traue nie einem Taxifahrer! Die erzählen dir alles um dich ins Taxi zu locken. Wo wir auch waren, überall gab es lokale Busse. Besonders zwischen den Busbanhöfen. Die lokale Bevölkerung nimmt nämlich kein Taxi. Die können sich das meist nicht leisten. Auch wenn sie nur die Hälfte zahlen von dem was von dir verlangt wird!
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Minibusse für Kurzstrecken gibt es eigentlich überall
Kurze Zeit später sassen wir im lokalen Bus und lachten uns schon ins Fäustchen. Am kleineren, lokalen Busterminal erlebten wir die gleiche Geschichte erneut. Diesmal versicherten uns die Taxifahrer, dass es gar keinen Bus in Richtung Cherating gäbe. Wir hatten uns natürlich vorher informiert und bei der Ankunft auch gleich am Schalter nachgefragt. Dort sagte man uns, es gäbe etwa drei Mal am Tag einen Bus, er fahre aber unregelmässig. Wir holten uns Frühstück und setzten uns zum warten hin. Alle 15 Minuten kam ein anderer Taxifahrer und redete auf uns ein. Einer erzählte die Busse fahren nicht mehr, wegen der Regierung, ein anderer wollte uns weis machen der Bus sei heute kaputt, fahre erst morgen wieder.
Wie oft wurde uns in Südamerika das Blaue vom Himmel runter erzählt:
  • Diese Busverbindung gibt es nicht mehr.
  • Dieses Hotel ist geschlossen, aber ich kenne ein anderes (welches dem Taxifahrer natürlich eine Provision zahlt).
  • Diese Strecke ist teuer, weil extrem lang (dabei sind es nur 2 Kilometer, aber mit dem dummen Touristen kann man es ja machen, der kennt sich nicht aus)
  • Diese Fahrt kostet 20 Pesos (während Locals genau wissen, dass es nur 5 Pesos kostet)
All diese und noch viele weitere Lügen haben wir schon zuhauf gehört. Deswegen blieben wir stur und hielten uns an unser Leitmotto:
Traue nie einem Taxifahrer!

Nach mehr als 5 Stunden warten wurde uns klar, dass da wohl wirklich was schief gelaufen ist. Auch die Angestellten am Busbahnhof waren sich nun nicht mehr sicher, dass heute noch ein Bus kommt. Wir hatten auf alle Fälle lange genug gewartet und suchten uns ein Sammeltaxi, was etwas günstiger war. Eine Stunde später, nach mehr als 16 Stunden Reise, waren wir endlich in unserem Bungalow in Cherating.

Dies war eine lange und anstrengende Reise.
Die Taxifahrer hatten für einmal recht mit ihren Aussagen. Wir haben grundlos stundenlang am Busbahnhof gewartet.
Trotzdem bleibe ich bei meiner Aussage: Traue nie einem Taxifahrer!
Der Grund? Die Taxifahrer hatten keine Ahnung, dass der Bus nicht fährt. Sie erzählen allen jeden Tag das Selbe. Für sie zählt nur der Profit. Wir hatten halt einfach Pech, dass an diesem Tag der Bus wirklich nicht fährt. Aber lieber warte ich ab und zu sinnlos an einem Busbahnhof, als dass mich von Taxifahrern blauäugig über den Tisch ziehen lasse!
Machs besser:
  • Lass dich nicht verarschen! Informiere dich vor Ankunft in einer neuen Stadt über die Fahrkosten für bestimmte Strecken , die Busverbindungen und die Hotels und deren Preise. Wir verwenden wikitravel, wo Hotelpreise und Preise für Taxifahrten oft beschrieben sind. Dazu auch Google Maps um die Strecken zwischen Busbahnhof und Hotel abzuschätzen. Vielleicht kann man ja zu Fuss gehen.
  • Sei nicht zu stur. Manchmal gibt es keine andere Möglichkeit.
  • Nimms nicht persönlich. Hier geht’s nur ums Geschäft
  • Wenn du ein Taxi nimmst, verhandle! Über den Preis kann man immer reden! Vielleicht kannst du auch ein Sammeltaxi finden und dir die Kosten mit anderen teilen.

Wie handhabst Du lügende Taxifahrer? Bist Du geübt in Preisverhandlungen? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.

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City Life in Österreichs Städten

Dieser unglaublich gute Sommer schien uns ein Hoch nach dem Anderen zu bieten. Nur selten hatten wir seit Mai ein paar Regentropfen abgekriegt. Uns war aber klar, dass es nicht ewig so weitergehen konnte. Mitte August war es dann so weit. Ein Sturmtief kündigte für längere Zeit schlechtes Wetter an. Flexibel wie wir sind, änderten wir unsere Reiseart spontan von Flugreise zu Städtereise. Das Wetter war dann zum Glück doch gar nicht so schlecht!
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Kettenkarusel am Wiener Prater
In Südamerika kreuzten sich unsere Wege immer wieder mit jenen von Martin. Da war es selbstverständlich, dass wir ihn auch hier in Europa besuchen gehen, wenn wir schon in der Nähe waren. Er lud uns netterweise ein, einige Tage in seiner Wohnung zu schlafen. Auf dem Weg vom Ötztal nach Wien nutzten wir einen einigermassen sonnigen Morgen, um durch die Innenstadt von Salzburg zu schlendern.

Salzburg

Wir waren früh dran, parkten unser Auto in der Parkgarage unter der Burg und genossen die Ruhe in der Stadt beim Frühstück. Später spazierten wir durch die Menschenleeren Gassen und dann rauf zur Burg. Als wir wieder runter in die Stadt kamen, bot sich uns ein ganz anderes Bild. Der tägliche Touristenwahnsinn. Menschenmassen schoben sich langsam durch die Gassen der Altstadt. Asiatische Reisegruppen wuselten aufgeregt ihren Guides hinterher und wir hatten alle Hände voll zu tun um nicht vom einen oder anderen Selfiestick erschlagen zu werden.
Ok, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber es war richtig voll. Das mag ich nicht. Trotzdem verweilten wir etwas länger, besuchten den RedBull Merchandise Laden, wo man viel Geld für Kleidung bezahlen kann, die voll mit RedBull Werbung ist. Der Laden ist aber toll dekoriert, mit kleinen und grossen Zeugen der von RedBull unterstützten Projekte.

Wien

Martin hiess uns in Wien und seinem Zuhause willkommen. Wir hatten uns viel zu erzählen und so wurde es weit nach Mitternacht, bis wir in unsere Schlafsäcke schlüpften. Am nächsten Morgen liehen wir uns Fahrräder über das tolle City Bike System von Wien (Anmeldung für Touristen mit Kreditkarte möglich. Bis zu 30 Minuten pro Fahrt gratis!) und Martin fuhr mit uns die Ringstrasse entlang und spielte den Reiseführer. Schon toll jemanden zu haben, der einem all die kleinen Geschichten und Anekdoten erzählen kann. Eindrücklich, was die Habsburger für riesige Paläste erbaut haben. Die Innenstadt erkundeten wir an einem anderen Tag allein und zu Fuss.
Auch der Prater stand natürlich auf unserem Programm. Während uns die ganzen Achterbahnen eher kalt liessen, war eine Fahrt auf dem grössten Kettenkarusell der Welt natürlich Pflicht. Im angrenzenden Park gönnten wir uns danach einen Eiskaffee mit Topfenstrudel.
Apropos Essen. Wenn man in Wien ist, muss natürlich ein Wiener Schnitzel probiert werden. Dazu führte Martin uns in ein authentisches Lokal aus. Dort wird in der Gaststube hauptsächlich geraucht und Karten gespielt. Wir sassen draussen, und konnten so den leckeren Geschmack des Essens richtig geniessen, ohne Zigarettenrauch. Wusstet Ihr, dass zwar das echte Wiener Schnitzel vom Kalb kommt, aber trotzdem mehr Schweinsschnitzel serviert werden, weil es die Leute besser mögen?
Am Samstag fuhren wir mit Martin aus der Stadt raus zum Naherholungsgebiet der Wiener. Der hohen Wand. Neben Gleitschirmfliegern findet man hier vor allem Kletterer. Es scheint in diesen Fellswänden fast mehr Borhaken als Felsen zu haben. Wir hatten die Gleitschirme natürlich dabei, der Ostwind war aber zu stark. Plan B lautete Klettersteig. Der war sehr einfach und schnell erledigt. Wir stiegen darüber sogar wieder ab. Danach blieb nicht mehr genug Zeit für einen zweiten Klettersteig deshalb versuchten wir uns im Klettergarten noch an einigen kniffligen Routen. Leichte und schwere Routen sind hier oft gleich nebeneinander, so dass man zuerst über die leichte Route das Seil oben einhängen und dann beliebig die schwere Route ausbouldern kann.
Als Martin mit der Arbeit verreisen musste, überliess er uns kurzerhand seine Wohnung bis wir weiter nach Slowenien reisten. So konnten wir Wien noch etwas länger unsicher machen und einige der im letzten Jahr verpassten Blockbuster auf einem richtig grossen Fernseher anschauen.
Kurz vor unserer Abreise ging wieder einmal einer unserer USB Power Packs kaputt. Die Dinger sind anscheinend nicht für die harten Bedingungen auf unserer Reise gemacht. Oder allgemein billig verarbeitet.
Jedenfalls konnten wir von den Vorteilen der Grossstadt profitieren. Schnell war im Internet ein Hackerspace in der Nähe gefunden, wo wir den Akku demontieren und eine defekte Lötstelle reparieren konnten. Mehr Infos zum Thema USB Power Packs für Reisen folgen bald in einem anderen Bericht.

Innsbruck

Kurz vor Schluss unserer Europatournee besuchten wir noch Innsbruck. Da war uns das Wetter aber nicht so gnädig gesinnt. Kurz nach unserer Ankunft begann es zu regnen wie aus Kübeln. Wir bewegten uns entlang der Lauben des Stadtkerns. So konnten wir die Altstadt quasi trockenen Fusses besichtigen. Das ganze wäre aber sicher schöner gewesen bei blauem Himmel. Das sieht man leider auch an den Fotos.


Warst Du auch schon auf Städtereise in Österreich? Welches waren die schönsten Orte? Schreibe einen Kommentar.

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Aktiv Urlaub im Ötztal

Das Ötztal im Tirol ist nicht nur wegen der gefrorenen Mumie „Ötzi“ bekannt und beliebt, sondern bietet auch eine Fülle an Möglichkeiten für Outdoor-Begeisterte. Valerie besuchte uns dort und so testeten wir zu dritt, was das Ötztal für aktiv Urlauber zu bieten hat.

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Stuibenfall, Umhausen

Vor unserer Ankunft hatten wir uns online über die vielen Möglichkeiten informiert und uns die iÖtztal App aufs Handy installiert. Es gibt auf der Webseite auch noch Hike und Bike Map Apps, die haben wir aber nicht verwendet. Als Basis für unseren Aufenthalt wählten wir den Campingplatz in Umhausen.  Der liegt gleich neben einem Gleitschirm Landeplatz und bietet eine Boulderwand, Slackline und einen Unterstand, den wir bei Regen zum Kochen nutzten konnten. Zum Glück regnete es aber nicht so oft und wir konnten viele Ausflüge unternehmen. Wir waren mit dem Auto unterwegs, der gut ausgebaute ÖV im Ötztal erlaubt es einem aber auch ohne Auto fast alle Ausgangspunkte zu erreichen.

Klettersteig am Stuibenfall

Ein kurzer Spaziergang vom Campingplatz brachte uns an den Fuss des  Stuibenfalls. Hier befindet sich der Start der Via Ferrata. Gleich zu Beginn will eine Seilbrücke überquert werden, dann folgt eine kurze Wanderung bevor es in den abgesicherten Fels geht. Diese erste Prüfung bestanden wir natürlich alle mit Links. Die zwei überhängenden Schlüsselstellen die im Fels auf uns warteten, konnten wir trotz unseren enormen Rucksäcke auch überwinden. Kurz vor Schluss durften wir uns auf einer weiteren Seilbrücke über den Tosenden Stuibenfall hangeln. Der Klettersteig ist eher einfach eingestuft und mit entsprechender Absicherung auch mit Kindern zu machen. Während die anderen Besucher des Klettersteigs nun bei grosser Hitze zurück ins Tal wandern mussten, hatten wir vorgesorgt für einen Abstieg mit Stil. In unseren Rucksäcken hatten wir die Gleitschirme dabei.

Gleitschirmfliegen

Nach dem Ausstieg des Klettersteigs stiegen wir etwas weiter auf, bis zur Startwiese. Ziemlich verschwitzt und hungrig nach der ganzen Anstrengung mussten wir uns zuerst kurz ausruhen. Als wir bereit waren zum Fliegen zog der Talwind schon ziemlich ums Eck. Es war klar, dass der Startplatz nicht perfekt ist bei diesen Bedingungen. Trotzdem klappte auch der Tandemstart nach einigen Versuchen. Schnell entfernten wir uns vom Gelände und den vielen drohenden Lee Situationen bei jeder Bergrippe. Die Luft war unruhig, der Wind stark. So dauerte der Flug nicht allzu lange bevor wir auf der Wiese neben dem Campingplatz sanft hereinschwebten. Unser erstes Klettersteig and Fly war aber auf jeden Fall ein voller Erfolg. Valerie hat von diesem Tag ein nettes Video erstellt!

Area47

Bei unserer vorgängigen Internetrecherche fiel mir der Name Area47 sofort ins Auge. Da hatte ich doch vor langer Zeit ein Youtoube Filmchen gesehen. Die Erinnerung daran war verblasst. Wasserrutschen, Sprungbretter, ein Blob, Deep Water Soloing und solche verrückten Sachen. Mehr musste ich auch gar nicht wissen! Klar gehen wir dahin!

Bei unserer Ankunft waren dann schon alle Parkplätze besetzt, wir mussten auf dem Parkplatz vom Hofer, weit entfernt vom Eingang parken. 20 Minuten laufen wären von dort angesagt. Zum Glück nahmen uns zwei Gärtner in ihrem VW Bus mit bis zum Eingang. Der erste Eindruck vom Spass Park war dann eher ernüchternd: In den Youtube Videos sah das Ganze viel grösser aus, und mit viel weniger Teenies. Aber alles was angepriesen wurde war da.

Nach einer kurzen Runde über das Gelände stellten wir uns in die Schlange für den Blob. Da wollte es nicht recht vorwärts gehen, weil der Aufpasser gleichzeittig noch für die Skisprungschanze und den Zipfelbob verantwortlich war. Schlussendlich wurden wir dann aber doch in hohem Bogen ins Wasser katapultiert. Danach gings gleich weiter zum Schwimmen, dann die Rutschbahnen ausprobieren. Nach einer kurzen Pause zum Trocknen, übten wir uns auf den Slacklines, bevor wir uns an die lange Waterline heranwagten. Schliesslich hiess es noch die Boulderwand über dem Wasser ausprobieren. Zipfelbob und Skisprungschanze liessen wir aus. Man hätte ewig anstehen müssen und dann sah es auch noch gefährlich aus ;-).

Auf alle Fälle war es spassig, wenn auch etwas überlaufen!

Sportklettern im Ötztal

Von den 20 Klettergärten im Ötztal besuchten wir zwei. Die Engelswand und den Klettergarten in Oetz. Beide sind an Ostflanken und so bis Mittag im Schatten. Am späteren Nachmittag kommt der Schatten aber relativ früh zurück. Es sind jeweils Schilder mit den Topos vor Ort aufgestellt. Wir waren nach langer Kletter Abstinenz vor allem froh, dass es auch einige sehr einfache und vor allem gut abgesicherte Routen gab.

Wandern auf dem Waalweg in Sölden

Ja, Wandern wollten wir auch noch. Aber eher gemütlich. Nicht zu lang. Nicht zu anstrengend. Cool, dass alle diese Infos der verschiedenen Wanderrouten auf der App oder der Webseite verfügbar sind. Wir stiessen auf den Mooser Steg, einen Waalweg. Hmm, was ist ein Waalweg nochmal? Auch dafür hat die Webseite von Sölden eine Antwort parat:

Mooser Steg Waalweg
Der Mooser Steg ist ein Waalweg, diente also einst der Bewässerung der Weiden. Heute bahnen sich sanfte Bäche den Weg zwischen steilen Felshängen und Blockhalden durch urtümliche Bergsturzwälder. Eine beeindruckende Landschaft – mystisch, mächtig und moosig…

– http://www.soelden.com/

Aha.

Bei der Wanderung stellte sich dann heraus, dass der Wanderweg eigentlich die früheren Service Wege der künstlichen Wasserläufe ist. Zuerst stiegen wir auf der linken Seite eines reissenden Bergbachs auf. Oben genossen wir die mitgebrachte Brotzeit auf dem Picknick Platz. Dort stehen sogar drei Hängematten aus Holz. Das ganze war sehr bequem. Ich könnte mir diesen Ort sehr schön als Biwakplatz vorstellen. Vor dem Abstieg querten wir den Bergbach. Von dort folgten wir den restaurierten künstlichen Wasserläufen am Hang entlang bis zurück nach Sölden. Die Wanderung war wirklich einfach und das Element der künstlichen Wasserläufe, komplett mit kleinem Wasserrad sorgte für etwas Abwechslung und Unterhaltung beim Abstieg.

Nach so vielen verschiedenen Aktivitäten hatten wir dann etwas Entspannung nötig. So gönnten wir uns auch einen Abend im Thermalbad Aqua Dome in Längenfeld und eine riesige, leckere Pizza, bevor Valerie schon wieder nach Hause fuhr und wir uns auf den Weg Richtung Wien machten.


Warst Du auch schon im Ötztal, oder kennst andere Outdoor Paradiese, dann schreib uns einen Kommentar.

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