Lennox Head – Warum es gut ist in Australien mit dem Auto zu reisen

Unser Besuch in Byron Bay war das perfekte Beispiel dafür wie manche Reiseziele gehypt werden, obwohl sie keine besonderen Vorzüge gegenüber anderen Destinationen haben. Da ist es von Vorteil, wenn man mit dem Auto die Umgebung auskundschaften und einsame, versteckte Strände und Naturschutzgebiete besuchen kann.

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Wenn der Wind noch nicht stark genug ist zum soaren, werden halt die Groundhandling Skills verfeinert

In den Reiseführern stand geschrieben Byron Bay besuche man nicht, Byron Bay passiere einem und viele blieben dort längere Zeit hängen. Uns hats ausser wegen der guten Brauerei in Byron Bay nicht lange gehalten. Schon die Fahrt in die Ortschaft wird zur Geduldsprobe dank dem dauerhaften Verkehrschaos. An übernachten im Van ist nicht zu denken, überall sind Camping-Verboten-Schilder, es sein denn man bezahlt in einem Hostel 30$ pro Nacht, damit man auf deren Parkplatz nächtigen darf. Wir fuhren darum zum Schlafen die 15 Kilometer zurück zu einem Highwayparkplatz, wo wir mit vielen anderen Vans unser Lager aufschlugen.

Die Zeit für die Beobachtung von Buckelwalen war leider seit zwei Tagen vorbei und so fanden keine Bootsfahrten mehr statt. Wir waren ziemlich enttäuscht. Bei einem Spaziergang zum Leuchtturm auf der Landzunge, bis zum östlichsten Punkt von Australien konnten wir dafür viele Delfine im Wasser unter uns beobachten. Der Strand von Byron Bay ist genau so schön wie jeder Strand an der Ostküste, aber halt voll mit Backpackern und Surf Anfängern. Jeder der mit dem Bus durch Australien reist, macht Halt in Byron Bay und weil diese Reisenden nicht die Möglichkeit haben der Küste entlang zu fahren und einfach überall wo es ihnen gefällt zu stoppen, wissen sie nicht, dass es noch viele so schöne Strände gibt, die weniger überlaufen sind. Uns hielt jedenfalls nichts mehr in diesem Städtchen. Wir fuhren weiter in den Süden. Dann blieben wir ganz unerwartet doch noch hängen.

Schon kurz nach dem Verlassen von Byron Bay stiessen wir wieder auf einsame Strände. Dann, 20 Kilometer weiter fuhren wir auf der Hauptstrasse raus auf eine Landzunge namens Lennox Head. Von weitem sah es fast aus, als ob man dort perfekt soaren könnte. Sogar ein schön gegen den Wind ausgerichteter Rasenplatz war zu sehen. Daneben gab es einen Parkplatz. Als wir dort stoppten, sahen wir auch die Hängegleiter im Rasen liegen. Cool, dachten wir uns, tatsächlich ein Startplatz. Natürlich war der Wind viel zu stark für die Gleitschirme. Die Deltas hatten aber ihren Spass. Wir sassen am Startplatz und nutzen die Zeit für etwas Socializing mit den anderen wartenden Gleitschirmpiloten. Wie immer waren alle super freundlich und erklärten uns alles, was wir wissen mussten, um sicher fliegen zu können. In Australien gibt es an den meisten Startplätzen einen Safety Officer vom Club, der den Flugbetrieb überwacht und die Sicherheit im Auge behält.

Dann war da noch Harry, der seit 6 Jahren in seinem Van lebt. Eine Studie in Minimalismus. Er fliegt wann immer er kann und hilft ab und zu den Hängegleitern beim Tandembetrieb um sich seinen bescheidenen Lebensunterhalt zu verdienen. Er gab uns den Tipp für einen wunderschönen Übernachtungsplatz, damit wir am nächsten Tag versuchen konnten zu Fliegen. In dieser Nacht konnten wir vom Auto aus zahlreiche Sternschnuppen beobachten.

Am nächsten Morgen waren wir schon früh am Startplatz; mit dem ersten Wind begannen wir mit unseren Schirmen zu spielen und nahmen erste Hüpfer. Nach und nach trafen immer mehr Piloten ein. Harry zeigte uns wie es geht und hielt sich in der leichten Brise, während wir anderen immer absoffen und am Landeplatz 10 Meter weiter unten reinlanden mussten. Dann nahm der Wind schnell zu und wurde nach einer kurzen Soaring Session zu stark für die Gleitschirme. Einer der Piloten lieh mir seinen Miniwing, damit ich noch etwas mehr Airtime kriege. Der spritzige kleine Flügel machte eine Menge Spass.

Eine der Pilotinnen, Jane, lud uns ein, ein paar Tage bei Ihr in der Einfahrt zu parken. Wir waren froh um eine Dusche, WiFi und einen Kühlschrank. Abends kochten wir zusammen und erzählten von unseren Reisen und Tagsüber gingen wir Fliegen. Normalerweise wird uns Soaring nach kurzer Zeit langweilig, aber Lennox Head hatte viel zu bieten: Hoch der Kante entlang oder knapp über den Bäumen. Weit aufs Meer hinaus und allerlei Fische im Glasklaren Wasser beobachten. Toplandungen und Touch and Gos. So macht Soaring Spass.

An einem Morgen hatten wir sogar das Glück eine Familie von Buckelwalen in der Bucht beobachten zu können. Wir waren einmal mehr froh mit dem eigenen Auto individuell unterwegs zu sein. Alle diese tollen Begegnungen wären sonst nicht möglich gewesen.

 

 


Welche Reiseziele werden deiner Meinung nach gehypt? Magst Du auch lieber einsame Strände? Schreib einen Kommentar.

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