Iquique

Am Abend als wir in Iquique ankamen, feierte Stiefel seinen zweiten Geburtstag. Herzlich wurden auch wir Neuankömmlinge zum Festschmaus eingeladen. So ausgelassen wie die Stimmung war, so knapp ist Stiefel dem schlimmen Ausgang seines Flugunfalls Ende Januar entgangen. Bei der Landung ist er mit beiden Beinen in eine Mauer gekracht. Beide Beine haben mehrere Brüche, ansonsten hatte er wohl einen gehörigen Schreck aber die Gewissheit, mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein.

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Glückspilz Stiefel

 

Am nächsten Morgen fuhren wir flugdurstig mit den ÖV zum Startplatz von Alto Hospicio hoch. Oben angekommen, bot sich uns eine tolle Aussicht über die Stadt und die Bucht aber auch auf die Abfallberge der Stadt. In Iquique existiert keine Abfallverbrennungsanlage. Dafür gibt es hier Sand, mit dem man den Müll zudecken kann. Aus den Augen, aus dem Sinn…
Der Startplatz ist auch eine Müllhalde. Vorsichtig breiten wir die Schirme zwischen den Scherben aus und hoffen, dass das Tuch heil bleibt. Der sich noch im Bau befindende neue Startplatz mit Kunstrasen gibt Hoffnung auf Besserung.


Während der Siesta besuchen wir zusammen mit Nico und Tamara die Zofri. Iquique befindet sich in der chilenischen Zollfreihandelszone. Die Zofri ist die Mall, in der Waren zum Zollfreitarif gekauft werden können. Neben einigen teureren, hübsch eingerichteten Läden, die Markenprodukte führen, gibt es viele kleine Markthäuschen, die das komplette Sortiment von Alibaba.com auf zwei Quadratmetern anbieten. Für uns erst einmal der Produkt-Overkill. Nach etwa drei Stunden verwirrter Suche nach einer Sonnenbrille für Moritz, je einem Paar Schuhen, die weniger Sand fressen, als unsere Haglöfswolken und ein Paar Funkgeräten, verlassen wir die Zofri lediglich mit einer Sonnenbrille und der Gewissheit, dass die Zofri aus einer geballten Ladung Ramsch besteht.

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Haglöfswolken entsanden 😉

Abends fahren wir nach Palo Buque an die Düne zum Spielen im grossen Sandkasten. Ich hatte zu Beginn meine liebe Mühe mit dem Schirm die Düne hoch zu kiten. Am Ende unserer zwei Wochen hier, waren mir die anfänglichen Schwierigkeiten fremd und mein Schirm machte nunmehr meistens das, was ich wollte und nicht das, wonach ihm gerade stand.


Der Alltag in Iquique war vorwiegend vom Fliegen, Essen und Schlafen geprägt. Dazwischen zerteilte ich Stiefels Unfallschirm und fertigte daraus einen Bettüberwurf für den VW-Bus von Nico und Tamara, sowie eine Hängematte und einen Schnellpacksack für uns.

Ab und an mussten wir wieder Kleider waschen. Da das Hotel eher an der oberen Grenze unseres Budgets lag, wuschen wir die Wäsche von Hand. Dabei erwiesen sich die 5-Liter Wasserkanister als äusserst hilfreich. Darin weichten wir am Morgen vor dem ersten Flug die Wäsche mit Waschmittel ein. Am Nachmittag wurde dann kräftig Wasser durch den Stoff gepresst und schliesslich die Seife in mehreren Spülgängen entfernt. Handwäsche halt…


Von Iquique selbst haben wir während unserem Aufenthalt nur die Dächer gesehen. Der Flight Park Altazor liegt etwas ausserhalb der Stadt. Zum Einkaufen bot das Hotel für ca. 5.- SFr. einen alten Jeep, den wir ab und zu brauchten. Ansonsten musste man sich auf die Micros verlassen. Währen der Siesta war es für gewöhnlich unerträglich heiss, was bei uns die Erkundungslust im Keim erstickte. So ging es relativ schnell, dass wir im Alltagstrott zwischen Fliegen, Schlafen und Essen versanken und kein einziges Mal im Stadtkern waren.

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