Roadtrip durch Tasmanien

Schneeweisse Sandstrände wie in der Karibik, wilde Landschaften, dichte, uralte Wälder und beschauliche Dörfchen. Tasmanien hat viel mehr zu bieten, als wir uns vorgestellt hatten.

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Karibik? Nein, Tasmanien!

 

Bei der Planung unserer Australienreise legten wir für die “kleine” Insel Tasmanien eine Woche Zeit fest. Das sollte reichen. Wer hätte auch gedacht, dass dieses kleine Inselchen die doppelte Fläche der Schweiz einnimmt? Und entgegen meiner Vorstellung ist sie nicht hauptsächlich von undurchdringlicher Wildnis bedeckt. Zwar bestehen 45% der Fläche aus Nationalparks, aber das lässt immer noch Platz für viele Strassenkilometer, hunderte schnuckelige Dörfer, endlose Sandstrände und sogar zwei Grossstädte. Wir wollten eine Rundreise um die Insel machen. Im Uhrzeigersinn fuhren wir mehr oder weniger der Küste entlang. Zur Planung der Route nahmen wir die Seite Visittasmania zu Hilfe. Sie bietet viele Vorschläge für Roadtrips. Dabei ist für jeden Geschmack und jeden Bereich von Tasmanien etwas dabei. Auch wenn es in Tasmanien vor allem um die wundervolle Natur geht, richtet sich das Tourismus Angebot eher an ältere, gutbetuchte Paare. Bed and Breakfast, Tee- und Kaffeehäuser, Weindegustationen und schicke Boutiquen; viele kleine Dörfchen sind richtiggehend herausgeputzt. Vor allem hat alles einen stolzen Preis. Eines Morgens holten wir uns zwei Kaffee und Meatpies zum mitnehmen und bezahlten ganze 20$ dafür!

 

Minimal Camper

So kam es dann, dass wir unseren Mietwagen in Launceston am Flughafen abholten und als erstes probierten, wie weit man die Sitze zurücklegen kann. Schliesslich würden wir die nächsten sechs Nächte im Auto schlafen, um unser Reisebudget einzuhalten. Wir hatten nach unserer Zeit in Europa ja schon genug Erfahrung damit. Den Mietwagen hatten wir über billiger-mietwagen.de gebucht. Nach langer Suche war es dort wieder einmal am günstigsten.

 

Dazu kauften wir uns im Supermarkt das nötigste ein, um auf den überall vorhandenen Gasbarbecues kochen zu können. Tupperware, Becher, Besteckt, Pfannenwender, Gewürze, Aluminiumfolie, Öl und einen Putzschwamm. Ihr würdet staunen, was man damit alles zaubern kann! Gekostet hat diese minimal Campingküche weniger als ein Essen im Restaurant.
Unsere Schlafplätze fanden wir, wie immer, mit der Wikicamps Australia App für unsere Smartphones. Hier gab es auch oft günstige Duschmöglichkeiten mit warmem Wasser. Bei den Wetterverhältnissen will auch wirklich niemand kalt duschen!

 

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Unser Mini Camper für eine Woche

 

Roadtrip

Die erste Etappe führte uns an die Ostküste. Auf dem Weg dort hin nahmen wir einen Umweg in Kauf, um einen schönen Wasserfall zu besichtigen und durch einen verwunschenen Wald zu laufen. Anschliessend suchten wir im Blue Tier Forest Reserve nach den gigantischen Bäumen, die sich tief im Wald verstecken. Die Ostküste ist vor allem bekannt für ihre wundervollen Strände und Buchten. Jeder Ortschaft könnte man Tage widmen. So viel Zeit hatten wir aber nicht. Nach dem Abendessen in der Bucht von St. Helens fuhren wir noch etwas weiter. Wir wollten einen Schlafplatz auf einer Erhebung finden, weil wir hofften die Aurora Australis beobachten zu können.

 

Die Webseite Aurora Forecast hatte für diese Nacht einen KP Wert von mehr als 5 vorhergesagt. Schlussendlich war der Himmel aber bewölkt. Um die Aurora Australis in Tasmanien sehen zu können, müssen sehr starke Sonnenaktivitäten vorkommen. Es hilft auch wenn man an einem erhöhten Punkt ist und weit nach Süden blicken kann. Der Mt. Wellington neben Hobart eignet sich dafür vorzüglich. Während unserem Aufenthalt hatten wir leider nie mehr genug Sonnenaktivität. Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von tollen Stränden und Küstenabschnitten. Unter anderem entdeckten wir einen Strand mit total weissem Sand. Bei einem Besuch in einem Zoo konnten wir neben vielen anderen in Tasmanien heimischen Tieren auch den tasmanischen Teufel von Nahem sehen. Mehr zu den vielen exotischen Tieren in Australien gibt es in einem eigenen Bericht. In Coles Bay probierten wir verschiedene Austern aus der lokalen Zucht. Coles Bay bietet dank den zerklüfteten Felsspitzen des Freycinet Nationalparks die in der Ferne aus dem Wasser ragen ein tolles Panorama. Weiter ging es nach Triabunna, wo wir im Hafen ein wirklich leckeres Fish and Chips Menu assen.

 

In einem kleinen Dorf durften wir auf dem Parkplatz eines Pubs für die Nacht parken. Als wir uns für ein Bier in die heruntergekommene Gaststube wagten, wurden wir zuerst von den Locals misstrauisch angeglotzt. Dann traute sich ein besoffener aber endlich uns anzusprechen und wir konnten uns vor neugieriger Fragen kaum mehr wehren.
Die Ostküse ist eine der grössten Weinregionen Tasmaniens (die andere ist im Tamar Valley). Es gibt viele Möglichkeiten für Degustationen. Wir wissen aber nicht, wie man das auf ungefährliche Weise mit einem Roadtripp verbinden könnte.

 

 

In Hobart besuchten wir den Salamanca Markt. Auch hier herrschte überall Weihnachtsstimmung. Das Wetter passte auch dazu. Ich bildete mir sogar ein, dass es etwas nach Schnee roch. Es fiel aber dann trotzdem nur Regen vom Himmel. Kurze Zeit darauf lachte schon wieder die Sonne.

 

Hier erinnerte uns viel an Patagonien. Nicht nur die Landschaft, auch das stürmische, kühle und wechselhafte Wetter. Kein Wunder. Hobart liegt etwa gleich weit südlich wie Bariloche in Argentinien.

 

In Hobart werden überall Touren nach Bruny Island angeboten. Wir dachten uns, dass müsse etwas ganz besonderes sein und fuhren gleich los. Um dort hin zu kommen, muss man erst eine Fähre nehmen. Dann fuhren wir quer über die Insel. Wir waren eher etwas enttäuscht. Bruny Island hatte unserer Meinung nach nicht wirklich viel zu bieten. Alle anderen Strände und Buchten, die wir gesehen hatten, waren mindestens genau so schön.

 

Wir verabschiedeten uns schnell von der Insel und suchten einen Schlafplatz für die Nacht. Am nächsten Tag hiess es viele Kilometer zurück legen. Wir mussten vom Süden in den Nordwesten Tasmaniens. Dazu fuhren wir durch eine weitläufige Hochebene. Wälder, Berge und Moore soweit das Auge reicht. Dies ist der Bereich von Tasmanien, welcher am wenigsten bewohnt ist. Erst gegen Abend kamen wir wieder in die Zivilisation. Die Bergbaustadt Queenstown war aber ziemlich unheimlich. Mehr oder weniger ausgestorben, ziemlich verlottert und die wenigen Menschen starrten uns alle schon von weitem an. Da wollten wir nicht bleiben. Es war auch nur noch eine kurze Fahrt bis an die Küste bei Strahan. Dort fanden wir kostenlose, warme Duschen und den besten Schlafplatz der ganzen Reise. Ein Parkplatz direkt am Strand. Wir kamen gerade rechtzeitig zum spektakulären Sonnenuntergang.

 

 

Den anschliessenden Tag verbrachten wir im Cradle Mountain National Park. Mehr dazu folgt in einem eigenen Bericht. Am Abend konnten wir in Burnie viele süsse, kleine Pinguine beobachten.

 

So blieb uns nur noch ein Tag für die Tamar Valley Region und Launceston, bevor wir unseren Mietwagen wieder abgeben mussten. Dieses riesige Flussdelta bietet neben Weindegustationen auch viele wunderschöne Blumenwiesen und natürlich die obligatorischen Fischerdörfchen.

 

Ziemlich überrascht hat uns ein Wegweiser nach Grindelwald. Es konnte sich ja unmöglich um das kleine Bergdörfchen in der Schweiz handeln! Diesem Mysterium mussten wir auf den Grund gehen. Nach kurzer Fahrt erreichten wir die Siedlung auf einem Hügel. Tatsächlich waren hier alle Häuser im Schweizer Chaletstil gehalten. Da hatte also ein reicher Geschäftsmann sich kurzerhand sein eigenes Bergdorf gebaut und zum Freizeit- und Businesszentrum gemacht.

 

 

Nach dieser letzten Entdeckung mussten wir aber los zum Flughafen. Wir konnten in den 7 Tagen einen guten Überblick über Tasmanien gewinnen, aber man könnte auch leicht die doppelte Zeit investieren. Schon nur die Nationalparks haben extrem viel zu bieten und viele Küstenorte laden zum längeren Verweilen ein. Dazu kommen die vielen exotischen Tiere. Zu beiden Themen folgt ein eigener Bericht.

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