Abstecher nach Italien – Abenteuerliche Schlafplätze

Nach unserer Ausreise aus der Schweiz fuhren wir kreuz und quer durch den Norden Italiens. Dabei übernachteten wir ausschliesslich auf Parkplätzen und in versteckten Winkeln, da wir feststellten, dass im Gegensatz zu Buffala Mozzarella, Parmesan und Carpaccio die Preise für Übernachtungen auf Campingplätzen sehr stattlich waren.

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Mmh, Carpaccio mit Ruccola und Parmesan!

 

Nachts sind alle Winkel dunkel

Als wir die Schweiz Richtung Italien verliessen, setzte bereits die Dämmerung ein. Jetzt einen geeigneten Schlafplatz zu finden stellte sich als Herausforderung sondergleichen heraus: Mussten wir uns doch vorstellen, wie die Umgebung am gewählten Platz bei Tag ausschauen könnte. Industriegebiete eigneten sich daher denkbar schlecht, auch wenn sie im Dunkeln wirklich nach einer guten Schlafgelegenheit aussahen. Wir entschieden uns dann für den Parkplatz einer Sportbar nicht weit von der Hauptstrasse entfernt und hatten damit eine nicht allzu schlechte Wahl getroffen. Einzig das Thema Toilette war nicht abschliessend geklärt. Kein Problem bei Nacht, da findet sich immer ein dunkler Winkel, in den man sich verkriechen kann. Bei Tageslicht gestaltet sich das Vorhaben dann mitunter eher schwierig. Nun denn: Für die nächste Nacht brauchen wir am liebsten einen Wald oder ein Klo in der Nähe.

Mit Toilette, aber…

Gesucht, gefunden. Am Ufer des Lago Maggiore in der Nähe von Luino fanden wir einen Parkplatz mit ToiToi Toilette. Der Platz selbst war gut mit Bäumen gesäumt und wir stellten unseren Minicamper in den hintersten Winkel. Frohen Mutes stellten wir uns auf eine geruhsame Nacht abseits von Strassenlärm und sonstigen Störfaktoren ein. In der dunkelsten Stunde der Nacht weckte uns dann der Nerv tötende Ton einer Alarmanlage. Noch etwas schlaftrunken realisierten wir, dass es sich nicht um die Alarmanlage eines Autos handelte sondern um jene eines Hauses. So schrillte die Sirene ohrenbetäubend laut durch die Nacht und vermischte sich alsbald mit den Martinshörnern der herannahenden Kavallerie. Mist, Polizei im Anmarsch! Vorbei war es mit gemütlichem Schlafen und erfolglosem Verdrängen der Sirenen. Wir hofften sehr, dass sich das Grundstück weit genug von unserem Schlafplatz entfernt befindet und wir nicht in den nächsten Minuten von Einsatzwagen umstellt sein werden. Als auch eine halbe Stunde später noch kein Streifenwagen neben uns aufkreuzte, beschlossen wir so gut es geht doch noch etwas zu schlafen.

 

Schlafen könnt ihr da…

Im Fluggebiet vom Monte Cornizzolo wurde uns mitgeteilt, dass wir sehr wohl am Landeplatz von Suello schlafen könnten. Nur tagsüber sollen wir den Wagen besser auf den benachbarten Restaurantparkplatz stellen, da es bereits mehrere Male vorgekommen sei, dass Autos von Piloten während deren Abwesenheit aufgebrochen und ausgeräumt wurden. Na toll, worauf haben wir uns da bloss eingelassen?! Die Nacht verlief dann ruhig und ohne Zwischenfälle. Das Pinkelproblem war hingegen wieder akut.

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So sehen Orte aus, an denen Autos ausgeräumt werden… Unseres zum Glück nicht!

 

Mobile Life App

Seit wir nicht mehr in Spanien unterwegs waren, erwies sich die Karte von Furgovw als nicht mehr so nützlich. Eine Alternative musste her. Deshalb haben wir uns die App Mobile Life besorgt. Diese zeigt sämtliche registrierten Camper Van Stellplätze und Dumping Stations auf. Es wird auch angegeben, ob die Übernachtung kostenlos oder Gebührenpflichtig ist. Da wir ja ein normales Auto hatten, waren wir bis zu Letzt nicht sicher, ob denn diese Stellplätze auch für uns gedacht sind, gefragt haben wir aber nie jemanden.

Einige Nächte verbrachten wir also auf diesen Camper Standplätzen. Manchmal mit, manchmal ohne Wasser und leider nie mit Toilette.

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Stellplatz in Gandino mit Wasseranschluss

 

Der Zaun hat Lücken

Auf dem Monte Avena in Feltre wollten wir am Startplatz übernachten. Dieser bot sich auch förmlich an, da gleich daneben einige Tisch-Bank Kombinationen Standen, die zum Kochen und Essen einluden. Nach Einbruch der Dunkelheit fuhr der Bauer noch einige Male an unserem Lagerplatz vorbei und beäugte uns jeweils argwöhnisch. Als wir es uns in unserer Kutsche bequem machen wollte, liess er dann seine Jung Kühe auf die Weide. Schnell stellten wir fest, dass der vermeintliche Zaun einige Lücken hatte und die Kühe somit ungehindert unser Auto umzingeln konnten. Uns war dann das Risiko zu hoch, dass während der Nacht sich eine Kuh unser Auto als Kratzpfosten auserwählen könnte und dies zu Schäden am Mietwagen führen würde. Kurzerhand räumten wir das Feld und suchten uns im Wald entlang der Strasse eine geeignete Nische.

 

Und sonst so?

Neben der Schlafplatzsuche beschäftigten wir uns vorwiegend damit geeignete Fluggebiete ausfindig zu machen. Manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. In Luino, und Gandino waren die Verhältnisse nicht fliegbar. San Fermo stellte sich bei näherem Betrachten als kompliziert heraus. Um dort zu Fliegen, benötigt man eine Bewilligung vom lokalen Modellflugzeugverein.

Mangels Duschmöglichkeiten und wegen grosser Hitze gönnten wir uns gelegentlich ein Bad in den umliegenden Seen. Als wir uns nach acht Tagen ohne Dusche auf ins Ötztal machten, freuten wir uns dann doch darauf, mal wieder auf einem Camping zu übernachten und regelmässig Duschen zu können.


Warst du auch schon ein Mal länger mit dem Auto unterwegs und hast darin geschlafen? Vielleicht kennst du noch weitere Möglichkeiten, wie man einen guten Gratis Schlafplatz findet oder hast sonst gute Tipps auf Lager, dann schreib einen Kommentar.

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