La Rioja und Famatina

Unsere Ankunft in La Rioja verzögerte sich dank ausgiebiger Regenfälle um gute zwei Stunden. In holprigem Spanisch teilten wir dies El Rubio, dem Besitzer unserer Unterkunft per SMS mit. Ist gut, ich komme euch holen war seine Antwort. Und tatsächlich fuhr etwa fünf Minuten nach unserer Ankunft Charly mit dem Pick-Up vor. Wow, das klappt ja schon ganz gut mit unserem Spanisch!
Wir hatten knapp Zeit unser Gepäck im Zimmer abzuladen und schon fuhren wir gemeinsam mit Charly und Ariel zum Startplatz hoch.

Unterwegs bemerkten wir die unglaublich grossen Kakteen, die hier an jedem Hang wachsen. Auf unsere Frage nach Art und Wesen der Pflanzenmonster erzählte uns Charly auch schon die dazu passende Geschichte aus seiner Jugend.

Die Kakteen sind von der Gattung San Pedro und bekannt dafür, dass ihr Fleisch natürliches Meskalin enthält. Charly erzählte, wie er und seine Kollegen an einem feuchtfröhlichen Abend beschlossen San Pedro-Tee zu machen. Nach feuchtfröhlich war dann alles noch kunterbunt und ziemlich verzerrt, meinte er. Wir amüsierten uns ob seiner Erzählung prächtig, obwohl wir kaum die Hälfte verstanden, da er die Geschichte in unglaublich schnellem Spanisch zum Besten gab und der Pick-Up ohrenbetäubend laut über die Schotterstrasse hochholperte.

Ein paar Tage und kurze Flüge später, fuhren wir weiter nach Famatina. Von Nico und Tamara von Flyinarg wussten wir, dass es ausserhalb des Dorfes ein kleines Fliegerhostel namens La Loma gibt, das von Marcello, dem lokalen Fluglehrer und Tandempiloten geführt wird.

Das Dorftaxi war leider nicht verfügbar, als wir etwa um zehn Uhr abends in Famatina aus dem Bus stiegen. Zum Glück erreichten wir Nico telefonisch, der sogleich Fabian, einen der lokalen Piloten, losschickte, um uns abzuholen.
Das Wetter meinte es auch in Famatina nicht besonders gut mit uns. Zwar konnten wir zwei schöne Flüge machen, aber hauptsächlich vergnügten wir uns damit den herannahenden Gewittern zu zuschauen.

Eines dieser Gewitter braute sich direkt über unserer Unterkunft zusammen. Gebannt zählten wir die Sekunden zwischen Blitz und Donner. Drei, uff. Zwei, o oh! Krach!!! Gleichzeitig mit dem Blitz krachte der Donner los. Aus den Steckdosen stieben Funken, alle anwesenden rückten hektisch von jeglichen metallenen Gegenständen weg. Gibt es hier einen Blitzableiter? Wir wissen es bis heute nicht. Möglicherweise ja, vielleicht fungierte aber auch die elektrische Erdung der Steckdose als Blitzableiter. Nach dem zweiten Einschlag ging plötzlich das Licht aus. Na toll Stromausfall. Hoffentlich im ganzen Dorf und nicht nur bei uns in der Pampa draussen, dann wird die Reparatur schneller an die Hand genommen. Die verstummte Hühnerfutterfabrik in der Nähe sprach dafür.

Als wir mit David etwas später ins Dorf fuhren, um etwas Essen einzukaufen, hatte sich die Strasse in einen venezianischen Kanal verwandelt. Das ganze Dorf hatte keinen Strom. Einkaufen konnten wir nur dort, wo die Kassierer auch ohne System wussten, wie viel ihre Produkte kosteten. Die Natur hat uns mal wieder eine Kostprobe davon gegeben, wie abhängig wir doch inzwischen von Strom und Internet sind.

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