Kuala Lumpur – willkommen im Haze

Bei unserer Ankunft in Kuala Lumpur dachten wir noch, der grau verhangene Himmel sei eine vorübergehende Angelegenheit. Bald schon stellten wir fest, dass wir uns wohl etwas länger gedulden müssen, um wieder blauen Himmel zu sehen. Von einem Flug am Hausberg der Stadt liessen wir uns dennoch nicht abbringen.

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Sieht aus wie Hochnebel, stinkt aber nach kaltem Rauch. Haze in Kuala Lumpur

Denkt man an Malaysia erfreut man sich in Gedanken meist an hellen Sandstränden mit Palmen und türkis blauem Meer. Dass dies auf die Hauptstadt eher nicht zutreffen wird, davon gingen wir aus. Das Bild, das sich uns aber bot, als wir aus dem Flieger und später aus der Metro stiegen, glich eher dem tristen Herbstwetter, dem wir soeben in Europa entflohen waren; nur 30°C wärmer.

 

Schnell lernten wir, dass es sich bei diesem Nebel um mensch-gemachte Luftverschmutzung handelt, die von den riesigen Brandrodungen in Indonesien herrühren. Die Luft roch auch stets nach kaltem, abgestandenem Lagerfeuer. Das Atmen fiel uns schwer. Die Schulen wurden geschlossen, weil die Kinder nicht der gesundheitsschädigenden Luft ausgesetzt werden sollten.

 

Zum Glück stand die Regenzeit bevor. Durch die Regenfälle am Nachmittag wurde die Luft wenigstens etwas gesäubert. Dank dem konnten wir dann auch mal einen Ausflug zum Hausflugberg der Stadtbewohner von Kuala Lumpur wagen.

Netterweise wurden wir von Yousman an einer Metro Station abgeholt und mit dem Auto ins Fluggebiet gefahren. Die Sichtverhältnisse waren weiterhin nicht bombastisch. Als wir am Startplatz ankamen, konnten wir das Landefeld ca. 250 Meter unter uns nur knapp erahnen. Wir wagten uns dennoch in die Luft. Der Flug war dann mangels Thermik leider von sehr kurzer Dauer, aber war irgendwie trotzdem etwas besonderes. Die Stimmung war ziemlich mystisch und als wir den Landeplatz überflogen, stellten wir schnell fest, dass die Sicht 100 Meter tiefer zum Landen problemlos ausreichte.

 

Die nächsten Tage in Kuala Lumpur verbrachten wir dann vorwiegend damit, einige Stadtbummel zu den Sehenswürdigkeiten zu machen und im Hostel unseren Blog zu bearbeiten, schliesslich waren wir während dem sonnigen Wetter in Europa kaum dazu gekommen, über unsere Erlebnisse zu schreiben. Dies konnten wir nun getrost nachholen.


Warst du auch schon einmal vom Haze betroffen? Oder hat dir andere Umweltverschmutzung dein Urlaubserlebnis getrübt? Welches war deine Taktik das Beste aus der Situation zu machen? Erzähl uns von deinen Erfahrungen in einem Kommentar.

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Traue nie einem Taxifahrer

Die Reise von Penang nach Cherating, einmal quer über die Malaysische Halbinsel, hatte schon unter einem schlechten Stern begonnen. Kurz bevor wir aus dem Hotel raus liefen, um unseren Nachtbus zu erwischen, begann es sintflutartig zu regnen. Die Abwasserkanäle überliefen sofort und das Wasser stand knöcheltief auf der Strasse. Natürlich konnte man vergessen, bei dem Wetter ein Taxi zu bekommen. Also hiess es mit dem schweren Gepäck am Rücken und dem Regenschirm in der Hand den Kilometer im Unwetter zu Fuss zu gehen. Dies war leider nur der Anfang einer langen, beschwerlichen Reise!

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Das Sammeltaxi ist zum Bersten gefüllt
Ziemlich durchnässt kamen wir nach 15 Minuten am Busterminal an. Auf dem Weg dorthin hatten wir sicher 15 leere Taxis gesehen. Von wegen alle besetzt. Auf unserem „Boarding Pass“ stand 9:30 PM als Abfahrtszeit. Wir sind uns gewohnt, dass Busse nicht extrem pünktlich fahren, aber um halb Elf fragten wir uns doch, wo denn unser Bus bleibe. Mehrere Locals wurden langsam schon nervös.
Mit zwei Stunden Verspätung gings dann doch endlich los. Der Fahrer hatte sich aber vorgenommen die Verspätung durch schnelles Fahren wieder aufzuholen. Das Geholper und das Gefühl, dass der Bus in jeder Kurve fast umkippt, liessen uns nicht wirklich schlafen. Ziemlich müde stiegen wir morgens um 6 Uhr in Kuantan am Fernbusterminal aus dem Bus. Sogleich waren wir von Taxifahrern umringt, die uns als leichte Beute sahen. Sofort wurde uns erklärt, dass von diesem Terminal keine Busse nach Cherating fahren und man ein Taxi zum lokalen Terminal in Kuantan nehmen müsse. Als ich sagte wir warten auf den lokalen Bus, wurde uns versichert, dass hier kein lokaler Bus fahre.
Wir haben während unserer Reise eins gelernt: Traue nie einem Taxifahrer! Die erzählen dir alles um dich ins Taxi zu locken. Wo wir auch waren, überall gab es lokale Busse. Besonders zwischen den Busbanhöfen. Die lokale Bevölkerung nimmt nämlich kein Taxi. Die können sich das meist nicht leisten. Auch wenn sie nur die Hälfte zahlen von dem was von dir verlangt wird!
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Minibusse für Kurzstrecken gibt es eigentlich überall

 

Kurze Zeit später sassen wir im lokalen Bus und lachten uns schon ins Fäustchen. Am kleineren, lokalen Busterminal erlebten wir die gleiche Geschichte erneut. Diesmal versicherten uns die Taxifahrer, dass es gar keinen Bus in Richtung Cherating gäbe. Wir hatten uns natürlich vorher informiert und bei der Ankunft auch gleich am Schalter nachgefragt. Dort sagte man uns, es gäbe etwa drei Mal am Tag einen Bus, er fahre aber unregelmässig. Wir holten uns Frühstück und setzten uns zum warten hin. Alle 15 Minuten kam ein anderer Taxifahrer und redete auf uns ein. Einer erzählte die Busse fahren nicht mehr, wegen der Regierung, ein anderer wollte uns weis machen der Bus sei heute kaputt, fahre erst morgen wieder.
Wie oft wurde uns in Südamerika das Blaue vom Himmel runter erzählt:
  • Diese Busverbindung gibt es nicht mehr.
  • Dieses Hotel ist geschlossen, aber ich kenne ein anderes (welches dem Taxifahrer natürlich eine Provision zahlt).
  • Diese Strecke ist teuer, weil extrem lang (dabei sind es nur 2 Kilometer, aber mit dem dummen Touristen kann man es ja machen, der kennt sich nicht aus)
  • Diese Fahrt kostet 20 Pesos (während Locals genau wissen, dass es nur 5 Pesos kostet)
All diese und noch viele weitere Lügen haben wir schon zuhauf gehört. Deswegen blieben wir stur und hielten uns an unser Leitmotto:
Traue nie einem Taxifahrer!

 

Nach mehr als 5 Stunden warten wurde uns klar, dass da wohl wirklich was schief gelaufen ist. Auch die Angestellten am Busbahnhof waren sich nun nicht mehr sicher, dass heute noch ein Bus kommt. Wir hatten auf alle Fälle lange genug gewartet und suchten uns ein Sammeltaxi, was etwas günstiger war. Eine Stunde später, nach mehr als 16 Stunden Reise, waren wir endlich in unserem Bungalow in Cherating.

Dies war eine lange und anstrengende Reise.
Die Taxifahrer hatten für einmal recht mit ihren Aussagen. Wir haben grundlos stundenlang am Busbahnhof gewartet.
Trotzdem bleibe ich bei meiner Aussage: Traue nie einem Taxifahrer!
Der Grund? Die Taxifahrer hatten keine Ahnung, dass der Bus nicht fährt. Sie erzählen allen jeden Tag das Selbe. Für sie zählt nur der Profit. Wir hatten halt einfach Pech, dass an diesem Tag der Bus wirklich nicht fährt. Aber lieber warte ich ab und zu sinnlos an einem Busbahnhof, als dass mich von Taxifahrern blauäugig über den Tisch ziehen lasse!
Machs besser:
  • Lass dich nicht verarschen! Informiere dich vor Ankunft in einer neuen Stadt über die Fahrkosten für bestimmte Strecken , die Busverbindungen und die Hotels und deren Preise. Wir verwenden wikitravel, wo Hotelpreise und Preise für Taxifahrten oft beschrieben sind. Dazu auch Google Maps um die Strecken zwischen Busbahnhof und Hotel abzuschätzen. Vielleicht kann man ja zu Fuss gehen.
  • Sei nicht zu stur. Manchmal gibt es keine andere Möglichkeit.
  • Nimms nicht persönlich. Hier geht’s nur ums Geschäft
  • Wenn du ein Taxi nimmst, verhandle! Über den Preis kann man immer reden! Vielleicht kannst du auch ein Sammeltaxi finden und dir die Kosten mit anderen teilen.

Wie handhabst Du lügende Taxifahrer? Bist Du geübt in Preisverhandlungen? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.

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Reisekosten Malaysia

Wir wussten, dass Asien günstig zu bereisen ist. Dass wir unser ursprüngliches Tagesbudget von 30.- SFr ohne Flüge und Versicherungen neu kalkulieren mussten, damit haben wir dann doch nicht gerechnet.

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Malaysische Ringgit, RM

Alle Ausgaben werden in SFr zum Tageskurs pro Person gerechnet.

Kostenzusammenstellung

Flug

München – Kuala Lumpur retour: 634.- SFr die Kosten für den Flug werden sich auf insgesamt 127 Tage Asienreise verteilen, dies ergibt ca. 5.- SFr pro Tag für den Flug
Total: 105.- SFr

Versicherungen

Pro Tag ca. 4.55.- SFr
Total: 95.65 SFr

Wer sich gerne die Aufstellung der gesamten Versicherungskosten im Detail anschauen möchte, findet diese im Beitrag Versicherungen Malaysia.

Laufende Kosten

Dauer Aufenthalt: 21 Tage
Kosten für Aufenthaltsdauer: 418.- SFr
Kosten pro Tag: ca. 19.90 SFr (ca. 18.32 €)

Gesamttotal

  • Flüge: 105.- SFr
  • Versicherungen: 95.65 SFr
  • Laufende Kosten: 418.- SFr

Total: 618.65 SFr oder ca. 29.45 SFr pro Tag all inclusive!

In Euro entspricht dies einem Total von 569.38 € oder ca. 27.10 € pro Tag (1 € = 1.09 SFr, Stand 15.10.2015 )

Wie wir gelebt haben

Transport

Zwischen den grösseren Destinationen Kuala Lumpur – Kuala Perlis, Penang – Kuantan, Cherating – Kuala Lumpur haben wir die Fernbusse verwendet.
Kuala Perlis – Langkawi und Langkawi – Penang haben wir mit der Fähre zurückgelegt.
In Kuala Lumpur und George Town auf Penang haben wir den ÖV verwendet. Die restlichen Orte konnten wir zu Fuss erkunden.
Von Kuantan nach Cherating mussten wir ein Taxi nahmen, da auch nach fünf Stunden warten weit und breit kein Bus zu sehen war.
Für den Flughafentransfer in Kuala Lumpur haben wir die etwas teurere dafür schnellere Expressbahn genommen.

Unterkunft

Wir schliefen ausschliesslich in Doppelzimmern mit Ventilator in kleinen, günstigen Pensionen oder Hostels.

Essen und Trinken

In der Regel assen wir dort,wo die Einheimischen hin gingen. Ein Mittagsmenü mit Reis, Gemüse, Sauce und Fleisch gab es da für 4-8 RM, was ca. 1-2 SFr entspricht. Einige Male gönnten wir uns ein etwas teureres Restaurant und assen frischen Fisch oder einer Ente.
Zum Frühstück empfehlen wir Roti Canai nature (wird mit einer milden Curry Sauce zum Dippen serviert) oder gefüllt mit Banane, Nutella (Milo), usw.

Verzichtet man auf Alkohol, kann man eine Menge Geld sparen. Alkoholische Getränke werden in Malaysia sehr hoch besteuert. Ausser in Langkawi, einer Zollfreizone, ist Bier daher teurer als in Europa. Es kann vorkommen, dass man für sein Bier mehr bezahlt als für eine Mahlzeit für zwei Personen. Zum Vergleich: In Langkawi bezahlten wir für eine 330 ml Dose 1.80 RM, auf dem Festland kostete die selbe Dose rund 10 RM.

Sehr empfehlenswert als Ersatz für Bier und Coctails sind aus unserer Sicht frisch gepresste Fruchtsäfte und Iced White Tea, Schwarztee mit Milch, Zucker und Eiswürfeln.

Aktivitäten

  • Wegen den schlimmen Haze Werten war Gleitschirmfliegen nicht sehr attraktiv. Wir durften zwei Mal vom Hausberg in Kuala Lumpur fliegen, das wars dann aber auch schon.
  • Auf Langkawi mieteten wir einen Tag einen Roller und erkundeten die Insel.
  • Auf Penang fuhren wir mit dem ÖV zum Nationalpark im Norden der Insel und wanderten dort durch den Dschungel.
  • In Cherating gönnten wir und eine Fire Fly Tour durch die nächtlichen Mangrovenwälder.

Bilanz

Asien ist günstiger als angenommen. Wir haben mit den 19.90 SFr knapp einen Drittel weniger ausgegeben als kalkuliert. Falls wir alle 127 Tage in Asien mit einem solch schlanken Budget durchkommen, können wir während den 62 Tagen in Australien jeweils 50.- SFr ausgeben und bleiben im Gesamtbudget für Asien und Australien dennoch unter 30.- SFr am Tag (exkl. Flüge und Versicherungen). Das wäre sensationell!


Warst du auch schon in Asien unterwegs? Welches sind deine Tipps, um mit schlankem Budget das Maximum aus dem Erlebnis heraus zu holen? Verrate uns deine Tipps in einem Kommentar.

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