Jetzt halt mal die Luft an! – Freediving in Phuket

Seit meinen ersten Erfahrungen mit dem Freediving in Indonesien bin ich von dieser Sportart begeistert. In Phuket hatte ich endlich die Möglichkeit einen ganzen Kurs zu besuchen.

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Pete macht das Boot bereit

 

Alle Bilder in diesem Bericht (c) Richard Wonka, Wefreedive

Weil ich auf Gili Air keine Zeit mehr hatte die erste Stufe der Ausbildung abzuschliessen, empfahlen mir die Tauchlehrer dort meine Ausbildung in Phuket bei WeFreedive weiterzuführen. Sie hätten auch alle dort gelernt. Das passte für mich perfekt und noch bevor wir in Thailand waren buchte ich den 3 Tage dauernden AIDA 2 Kurs (Das ist in etwa wie der Open Water Diver beim Tauchen) über die Webseite.

Freediving mit Freedive Flow

Mit meinem treuen Roller konnte ich das Hauptquartier in Chalong einfach erreichen. Vor lauter Vorfreude war ich am Morgen viel zu früh dort. Pete, der zuständige Tauchlehrer nahm mich in Empfang und liess mich den obligatorischen Papierkram ausfüllen. Da ich vorgängig nur einen Schnuppertag absolviert hatte (AIDA 1), fing die Ausbildung für mich wieder von vorne an mit Theorie. Mich störte das gar nicht. Ich war begierig darauf jede Information aufzusaugen.

Schon freute ich mich, dass ich wieder der einzige Kursteilnehmer sei und von Einzelunterricht profitierten könnte. Leider tauchten dann noch vier junge Chinesen auf, die den Kurs online gebucht hatten. Es stellte sich heraus, dass drei davon kaum englisch sprachen und der Vierte als Dolmetscher fungierte. Auf die erste Frage, ob sie denn auch alle schwimmen könnten, nickten sie alle eifrig. Dann ging es los. Es war irgendwie amüsant Pete zu beobachten, wie er krampfhaft versuchte während der Theorielektion komplexe Vorgänge in “simple english” zu erläutern. Irgendwie tat er mir fast etwas leid. Ich konnte dank der umfangreichen Powerpoint Präsentation trotzdem voll von der Theorielektion profitieren.

Nach der Theorie gings ans Eingemachte. Mit Schnorchel, Taucherbrille, Flossen und Gewichtsgurt bewaffnet, stürmten wir das angrenzende Schwimmbad. Als erstes mussten alle 200 Meter frei schwimmen. Das gehört zu den Bedingungen für die Teilname am AIDA Programm. Irgendwie auch verständlich, schliesslich begibt man sich während der restlichen Kursdauer aufs offene Meer. Hier zeigte sich wie “gut” die Chinesen schwimmen konnten. Keiner von ihnen schaffte eine Länge von 25 Metern ohne Pause. Zwei von ihnen konnten sich nicht mal richtig über Wasser halten. Diese leidige Situation musste schliesslich vom Chef der Tauchschule, aufgelöst werden. Er bot an, den Kurs der Chinesen in einen Schwimmkurs umzuwandeln, so dass sie später dann die Freediving Ausbildung in Angriff nehmen können.

Mir war das recht. So hatte konnte ich einmal mehr von Einzelunterricht profitieren. Den Rest des Nachmittags kostete ich voll aus. Pete führte mich an die verschiedenen Arten des Freediving heran. Der Begriff Freediving umschliesst eine Vielzahl von Betätigungen. Jedes Mal wenn jemand den Atem anhält und untertaucht ist das Freediving. Mehr dazu gibt es auf der Webseite von AIDA.




Zuerst machten wir Static Apnea, also die Luft möglichst lange anhalten. Nach grüdlicher Entspannung und einigen Versuchen konnte ich einen neuen persönlichen Rekord von 2 Minuten und 47 Sekunden aufstellen. Für mich ist das der Wahnsinn, für meinen Tauchlehrer Pete jedoch noch gar nichts. Er schafft die doppelte Zeit und mehr! Dies erfordet aber wirklich viel Übung.

In der Disziplin Dynamic Apnea versuchte ich unter Wasser mit den Flossen so weit wie möglich zu schwimmen.

Am Ende des ersten Tages fühlte ich mich gut gewappnet für die Übungen im offenen Meer.

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Übungen im Pool

Die zwei folgenden Tage bestanden aus Tauchgängen im Meer. Dazu fuhren wir jeweils morgens mit dem Boot zum Tauchplatz, wo wir in zwei Sessions viele Tauchgänge machten. Dafür brachten wir eine Boje mit. Von dieser Boje wird ein Seil mit einem Gewicht ins Wasser gehängt. Entlang dieses Seils tauchten wir runter bis zur gewünschten Tiefe. Im Meer und besonders in der Tiefe war es für mich plötzlich nicht mehr so einfach wie im Pool, die Luft anzuhalten. Vielleicht war es auch einfach die Aufregung oder das ungewohnte Gefühl, tief unter Wasser zu sein.

Nach einigen Tauchgängen und dank dem tollen Coaching von Pete, schaffte ich es endlich in die Tiefe und sogar bis zum Grund mehr als 16 Meter unter der Meeresoberfläche. Ein gewaltiges Gefühl dort unten am Grund schwerelos zu schweben, sich umzusehen und einen Blick zu “Decke” hoch oben über einem zu werfen. Mit einem kräftigen Zug am Seil machte ich mich dann wieder ans auftauchen. Ab 10 Metern war mein Auftrieb stark genug, dass ich mich ohne eine Bewegung langsam an die Oberfläche treiben lassen konnte. So durch das Wasser zu schweben erinnerte mich an Träume vom Fliegen, wo ich ohne Mühe, nur mit kleinsten Steuerimpulsen der Hände und Füsse, die Richtung bestimmen konnte.

Am Ende des dritten Tages wartete zum Abschluss des AIDA 2 Kurses eine schriftliche Prüfung auf mich. Wer die Theorie verstanden hat, wird dort keine Mühe haben. Ich konnte die Prüfung jedenfalls leicht bestehen, auch wenn manche Fragen etwas schwammig gestellt waren.

Nun bin ich stolzer Besitzer eines AIDA 2 Zertifikats. Viel wichtiger als irgend ein Stück Papier ist aber, dass ich eine neue Welt unter Wasser entdeckt habe und viel über meinen Körper und zu was er fähig ist, lernen konnte.

Für mich steht fest: Ich will mehr!

 


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Disclaimer: Ich habe für meinen Kurs den vollen Preis bezahlt und erhalte für diesen Bericht auch keine Entschädigung! Viel mehr hat mir die Erfahrung so gefallen, dass ich sie jedem weiterempfehlen möchte.

Disclaimer 2: Da ich mich voll auf den Kurs konzentriert habe, hatte ich keine Zeit Fotos zu schiessen. Die Bilder hier im Bericht wurden mir freundlicherweise von Richard Wonka von Wefreedive zur Verfügung gestellt. 

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