Kuta Bali – Weihnachten mal anders

Wir trafen uns in Kuta Bali mit Cindy und Chantal zum Feiern, Surfen und das Leben geniessen. Freilich, man hätte das auch an abgelegeneren Orten tun können, doch wer will schon Besinnlichkeit an Weihnachten?

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Hinter den Kulissen: Wehinachtsgruss Foto

Kaum hatten wir das Hotelzimmer im Duo Legian Hotel* bezogen, entpackten wir unser Weihnachtsbaum Kit. Darin enthalten war ein kleiner Tannenbaum aus Papier, der in einer Plastikschale steckte. Weiter gab es eine Flüssigkeit, die man in die Schale giessen musste und eine Perlenkette, die man um den Baum wickeln konnte. Zur Deko der Spitze des Baums wurde ein goldener Stern geliefert und als Krönung für den fertig ausgewachsenen Baum lag der Packung ein Säcklein Glitzer bei.

Wir bauten also den Baum gemäss Anleitung zusammen, stellten ihn auf den Hotelzimmertisch und versuchten ihn ins beste Licht zu rücken. Schliesslich wollten wir mit der GoPro sein Wachstum festhalten. Alle 5 Minuten wurde ein Foto geschossen. So weit der Plan.

Die Luft im Zimmer war bei ausgeschaltener Klima nicht wirklich trocken. Deshalb verdunstete die Flüssigkeit anfänglich auch eher schlecht. Als wir nach mehreren Stunden wieder ins Zimmer zurückkehrten, hatte das Wachstum noch nicht einmal richtig eingesetzt. Nun gut. So blieb uns leider nichts anderes übrig, als in hell erleuchtetem Zimmer zu schlafen, schliesslich wollten wir die Dreharbeiten vom Baumwachstum nicht unterbrechen. Was man nicht  alles tut für Weihnachten!

Etwa zwei Tage später als geplant, war unser Tannenbaum endlich ausgewachsen. Sichtlich erleichtert und auch ein wenig stolz schossen wir anschliessend Grussfotos für Weihnachten mit unserem Baum.

 

Weihnachten balinesisch

Balis Religion ist offiziell der Hinduismus. Da aber zur Weihnachtszeit ganze Horden von Australiern und Russen die Insel fluten, haben die Balinesen schnell kapiert, dass es sich lohnt etwas Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Aus fast jedem Lautsprecher klingen einem Lieder von Glocken und Schnee und Christkind entgegen. Die Angestellten in Restaurants und Läden tragen Nikolausmützen und Rentierohren und wünschen einem im Chor frohe Weihnachten, auch schon Tage vorher (und nachher).

Bei uns kam trotz allen Bemühungen keine Schnee-und-Zucker-und-Zimt-Weihnachtsstimmung auf. Das war auch gut so. Und Absicht. Stattdessen suchten wir uns zu viert ein Restaurant mit gutem Essen und schlugen uns die Bäuche voll. Danach begaben wir uns auf die Suche nach dem besten Pub. Neben Karaokebar und Tanzschuppen besuchten wir auch leisere Bars, und liessen es uns gut gehen.

 

Ein Exkurs ins Surferleben

Chanti ist passionierte Surferin. Sie erzählte uns immer wieder tolle Geschichten aus ihrem Surferleben. Ihre Augen sprachen dabei jeweils Bände. Wir liessen uns vom Virus anstecken und buchten eine Surflektion bei ihrem Bekannten Damon vom Lotus Surf Camp in Canggu.

Für unserre Verhältnisse früh, trafen wir uns in der Altjahrswoche auf ein Stelldichein mit drei Anfängersurfbrettern. Anfangs war alles noch ganz einfach. Am Strand machten wir Trockenübungen vom Bewegungsablauf wie man auf dem Brett aufsteht. Danach begaben wir ins in die Brandung der einsetzenden Flut. Damon schob uns geduldig im besten Moment in die Wellen. Nach und nach verzeichneten wir kleine Erfolge und konnten alle mehr als eine Sekunde auf dem Brett stehen. Allmählich überliess Damon das Paddeln und in die Welle einfahren uns selbst. Mensch, war das anstrengend! Und man hatte immer das Gefühl nicht vom Fleck zu kommen. Zweieinhalb Stunden später kapitulierten Cindy und ich erschöpft und mit aufgescheuerten Ellbogen und Knien. Moritz schien noch etwas Energie übrig zu haben.

Zwei Tage später mieteten wir noch ein Mal ein Surfbrett für uns drei. Während Moritz sich damit problemlos durch den Shorebreak (die Wellen brechen sich bei geringer Wassertiefe nahe dem Ufer) kämpfte, scheiterten wir zwei Damen schon beim Versuch diese Welle zu durchwaten. Dieses Brett war einfach immer im Weg!

Ja, Surfer werden wir wohl alle drei nicht. Aber Spass hat es uns schon gemacht und vielleicht werden wir es eines Tages auch wieder versuchen; wenn die Wunden verheilt und vergessen sind und wir uns nicht mehr daran erinnern, wie demütigend es sein kann, wenn man mit dem Surfbrett nicht einmal bis ins Wasser kommt.

Rollerfahren

Für einige Tage mieteten wir uns zwei Roller. Der Verkehr in und um Bali ist so dicht, dass man mit einem Taxi nur sehr langsam von A nach B kommt und obendrein noch richtig tief in die Tasche greifen muss. Mit den Rollern waren wir da wesentlich schneller und wendiger. Der Roller von Cindy und Chanti hatte noch einen Träger für Chantis Surfboard montiert. Daher waren wir nicht mehr ganz wendig im Verkehr aber immer noch gut unterwegs.

Mit den Rollern kurvten wir ein paar mal an schöne Strände und nach Canggu. Einmal wollten wir den Gleitschirm Startplatz am südlichen Ende von Bali aufsuchen. Die Wegbeschreibung im Internet liess zu wünschen übrig und so versuchten wir nach dem Ausschlussverfahren die richtige Strasse zu finden. Immer wieder hielten wir an Kreuzungen und Sackgassen. Bei unserem letzten Versuch strandeten wir vor einem Tor. Bevor wir wieder losfahren konnten kam ein Herr in Uniform auf uns zu und wollte wissen, ob er uns helfen könne. Wir schilderten unser Anliegen und er erklärte uns halbwegs den Weg dort hin. Zum Anschluss deutete er auf sein Namensschild und forderte uns auf die nötigen Ausweise zu zeigen, die Moritz und Cindy zum Fahren der Roller berechtigen würden. Moritz hatte seinen internationalen Führerschein dabei. Also kein Problem. Nicht so Cindy. Erfreut blitzten die Augen des Polizisten auf. Er befahl Moritz und mir weiter zu fahren und liess sich von den zwei Mädels ein fettes Trinkgeld schmieren. Merke: Wer in Indonesien ohne internationalen Führerschein unterwegs ist, sollte immer genügend Bares bei sich tragen.

 

Touristenwahnsinn

Wie bereits erwähnt, wird Bali zur Weihnachtszeit von Touristen regelrecht überflutet. Obwohl, eigentlich hatten wir nicht wirklich des Gefühl, dass wir in der Hochsaison da waren: In den Restaurants gab es immer freie Plätze und auch die Mühe ein Hotel im Voraus zu buchen, hätten wir uns sparen können. Nichts desto trotz waren die Strassen voller Touristen und die Verkäufer der Souvenir- und Ramschläden in Festtagslaune. Sie liessen wenig bis gar nicht mit sich über Preise feilschen, da sie wussten, dass der nächste Tourist bestimmt ihren überteuerten Preis zahlen würde. Schliesslich boten sie die Ware ja immer noch günstiger als in deren Heimatland an. Das war wirklich anstrengend; und auch dass jeder Angestellte beim Vorbeilaufen “Yes, please. Sir” oder ähnliche Floskeln zum Besten gab während er uns in den Laden drängen wollte, in dem er sich uns in den Weg stellte.

Nur weg hier, haben wir nach einigen Tagen gedacht und uns eine Reise mit dem Schnellboot nach Nusa Lembongan und Gili Air gekauft.


Hast du Weihnachten auch schon an einem exotischen Ort verbracht? Wo war das und wie hat es dir gefallen? Schreib uns deine Erfahrungen in einen Kommentar.

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