Kurztrip in die Blue Mountains

Weniger als zwei Stunden Autofahrt von Sydney entfernt liegt der Blue Mountains National Park. Damit liegt er ideal für kurze Wochenendausflüge aus der grossen Stadt. Wir gingen lieber mitten in der Woche, so mussten wir die Attraktionen nur mit wenigen anderen teilen. Doch was gibt es dort überhaupt zu sehen und wieso nennt man sie die blauen Berge?

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Ausblick auf die rollenden Hügel der Blue Mountains bei Katoomba

 

Der Blue Mountains National Park liegt westlich von Sydney und gehört zum UNESCO Welt Natur Erbe. Das riesige Sandsteinplateau gehört zur great dividing range und erhebt sich bis zu 1000 Meter über Meeresspiegel. Flüsse haben im laufe der Zeit riesige Täler durch das Plateau geschaffen. Diese Täler sind bedeckt mit weitläufigen Eukalyptus Wäldern.  Während sich der National Park über hunderte Kilometer in jede Richtung erstreckt, besichtigen die meisten Touristen nur einen kleinen, einfach zugänglichen Teil bei Katoomba. Dabei hat der Park noch viel mehr zu bieten.

Wir fuhren von Sydney aus mit unserem treuen Campervan Lélé in den Park und verbrachten 3 Tage dort. Dies gab uns mehr als genügend Zeit für die normale Touristen Route.

 

Warum “Blue” Mountains?

Wieso heissen die Blue Mountains eigentlich so? Die Wälder sind definitiv grün und die Felsbänder der Klippen sind grau oder weiss. Der Himmel war auch nicht wirklich blau als wir dort waren. Die Cirruswolken gaben ihm einen Graustich. Wir liessen es uns schlussendlich von Wikipedia erklären:

Die Blätter der Eukalypten in den riesigen, dichten Wäldern der Blue Mountains verdunsten in Wasserdampf gelöste ätherische Öle. Die so in den Tälern enstehenden Dunstschwaden erscheinen dank diesen ätherischen Ölen bläulich. Je grösser die Entfernung, desto stärker der Blaustich. Die Hügelketten in der Entfernung erscheinen so wirklich blau. Besonders gut kann man diesen Effekt bei tief stehender Sonne beobachten.

 

Karte der Sehensürdigkeiten in den Blue Mountains

Die Karte zeigt die im Text erwähnten Orte, sowie den Zeltplatz und das Gleitschirm Fluggebiet bei Blackheath.

 

Glenbrook Gorge und Red Hands Cave

Erste Station für uns war die Ortschaft Glenbrook mit der schönen Schlucht und vielen Bademöglichkeiten. Genau richtig bei der Affenhitze. Hier ist auch der einzige Ort, wo man für den Eintritt in den Park bezahlen muss. Egal ob man ausserhalb parkt, oder mit dem Auto nahe an die Schlucht fährt bezahlt man 8 AU$ pro Tag und Auto. Wie richtige Australier fuhren wir mit dem Auto so weit wie möglich, bevor wir zu Fuss die letzten Meter zum Blue Pool abstiegen. Dort genossen wir das Baden im kalten Wasser. Gegen Mittag gab es leider keinen Schatten mehr in der Schlucht und es wurde unerträglich heiss.

Glenbrook Gorge Blue Pool

Blue Pool, wobei von Blau keine Rede sein kann

 

Ein Highlight in der Nähe ist der Red Hands Cave. Hier kann man richtige, alte Aboriginal Handabdrücke in einer etwas versteckten Höhle betrachten. Um zur Höhle zu kommen, muss man aber eine Wanderung von ca. 1 Stunde in Kauf nehmen. Es empfiehlt sich also diese Wanderung entweder am frühen Morgen oder späteren Nachmittag ein zu planen.

 

Wentworth Falls

Für uns ein richtiger Geheimtipp sind die Wentworth Falls. Während alle Touristen in Katoomba die “Three Sisters” bestaunen, ist es hier ruhig und uns hat die Aussicht sogar besser gefallen. Viele verschiedene Wanderwege führen vom Parkplatz zum grossen Wasserfall. Dabei kann man wählen, ob man lieber oben an der Felskante entlang läuft, oder irgendwo in der Mitte der Felswand. Für die ganz sportlichen gibt es eine Treppe bis ganz unten an den Wasserfall. Die meisten Wege sind sehr schattig und auch in der Mittagssonne angenehm entlang zu laufen. Hier probierten wir viele verschiedene Wege aus und fanden uns oft in Mährchenhaften Szenen verwunschener Wälder wieder. Dazwischen gab es immer wieder Aussichtspunkte mit imposanten Ausblicken über die vor uns liegenden Täler.

 

 

Die Three Sisters bei Katoomba

Die Gesteinsformation “Three Sisters” bei Katoomba ist so etwas wie das Markenzeichen der Blue Mountains und gehört deswegen zu den obligatorischen Haltestellen aller japanischen, chinesischen und sonstigen Busreisen durch Australien. Dementsprechend viele Touristen tummeln sich denn auch auf der grossen Aussichtsplattform gleich neben dem Parkplatz. Sobald man aber einen der Wege der Felskante entlang geht, wird es wieder ruhig und beschaulich. Gehen ist hier nämlich optional. Eine grosse Gondelbahn fährt die Touristen über eine Schlucht und dann runter auf eine Plattform im Eukalyptuswald am Talboden. Dieses sauteure Erlebnis haben wir uns gespart und liefen lieber etwas länger über die einsamen Wege.

 

Übernachtungsmöglichkeiten

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in jeder Ortschaft. Sie reichen von Luxushotel, über Bed&Breakfast bis zu (Luxus-) Campingplätzen. Die sonst schon hohen Preise für Übernachtungen in Australien werden hier noch einmal übertroffen.
Wir bevorzugten, wie immer, eine gratis Übernachtungsmöglichkeit. Wie oft an solch touristischen Ecken, war es nicht ganz einfach etwas zu finden, wo man über Nacht bleiben darf. Erneut half uns die “Wikicamps Australia” App. Den GPS Koordinaten blind vertrauend fuhren wir von Blackheath hinunter in ein kleines Tal, bis sich im dichten Wald eine Lichtung auftat. Der Campingplatz hatte nur die nötigsten Einrichtungen (2 Toiletten, keine Dusche, kein Trinkwasser), lag dafür aber mitten im Wald an einem kleinen Fluss. Er war auch ziemlich frequentiert. Kein Wunder, ist ja auch der einzige gratis Camping weit und breit. Uns hat es dort sehr gut gefallen. Dank der Lage im Wald konnten wir auch endlich unser neues Baumzelt von Tentsile ausprobieren. Eine tolle Erfahrung!

 

Tentsile Baumzelt

Unser UFO Baumzelt

 

Paragliding in den Blue Mountains?

Der Blue Mountains National Park ist zum Gleitschirmfliegen eher schlecht geeignet wegen der vielen, 20 Meter hohen, Eukalyptus Bäume. Auf den Bildern ist gut zu sehen, dass es nirgends Landemöglichkeiten gibt. Am Rande des Parks, bei Blackheath, gibt es aber einen Startplatz. Dort befinden sich wieder viele Bauernhöfe und viel Farmland.
Der Startplatz lag nahe bei unserem Campingplatz. So machten wir uns trotz starkem Wind auf zur Besichtigung.
Oben zeigte sich ein gut präparierter, wenn auch kleiner, Startplatz mit vielen Landemöglichkeiten. Eine Tafel informiert über die Eigenheiten des Fluggebiets. Zum Beispiel gibt es nur einen offiziellen Landeplatz. Alle anderen Bauern mögen es nicht, wenn man auf ihren Feldern landet.
Der Wind war definitiv zu stark. Immerhin aus der richtigen Richtung. Ausser uns tauchten keine Piloten auf. Auch gegen Abend nahm der starke Wind nicht ab. Irgendwann gaben wir die Hoffnung auf.

 

Paragliding Takeoff Blackheath

Der Startplatz von Blackheath

 

Mehr Nationalpark gefällig?

  • Der Greater Blue Mountains National Park Drive bietet eine Strecke von 1200 Kilometern, die man gemütlich mit dem Auto fahren kann und dabei durch die Windschutzscheibe einen Eindruck des Parks erhält.
  • Viele Tageswanderungen kann man auf der Webseite des Nationalparks finden. Hier gibt es etwas für jeden Fitness Level
  • Die Blue Mountains Grand Traverse ist die grösste Herausforderung, die wir finden konnten. Entweder 3 oder 5 Tage reines Wandern. Von Abenteuer jedoch wahrscheinlich keine Spur. Schläft man doch jede Nacht in Hotels und isst die Mahlzeiten in netten Restaurants. Sogar ein Gepäcktransfer ist inbegriffen. Das Ganze kostet aber 1295 AU$ pro Person inkl. Übernachtungen in Hotels und Essen für 5 Tage wandern. Falls man noch einen Guide braucht wird es teurer.
    Da sehnen wir uns zurück nach richtig abenteuerlichen Wanderungen!

Die Möglichkeiten sind vielfältig, wie Ihr seht!


Magst Du mehr die organisierte Tour, oder das richtige Abenteuer mit Camping im Wald und kochen auf der Feuerstelle? Schreibe einen Kommentar!

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