Fraser Island – Eine Insel aus Sand

Mit Lélé fuhren wir an den nördlichsten Punkt unserer Australienreise. In Rainbow Beach und auf Fraser Island machten wir zum ersten Mal Erfahrungen mit australischem Massentourismus.

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Nachdem wir in Brisbane unseren Van Lélé abgeholt hatten, machten wir uns daran die Ostküste gegen Norden Hoch zu fahren. Wir wollten bis nach Rainbow Beach. Auf Wiki Camps suchten wir dort oben vergeblich nach gratis Campingplatzen. Das spricht für sehr viel Tourismus und so war es dann auch. An jedem Parkplatz fand sich ein Schild, das darauf hinwies, dass man hier nachts nichts verloren hat. Egal ob im Zelt, Auto, Campervan oder der Hängematte. Übernachtende Gäste sind nicht erwünscht.
Nun, wir mieteten uns dann kurzerhand auf dem Parkplatz einer der drei Jugis ein. In der Strasse davor parkten unzählige Campervans. In einschlägigen Foren wird darüber berichtet, dass einen die Polizisten gerne in den grauen Morgenstunden aus dem Schlaf rütteln und des Platzes verweisen. Dies wollten wir nicht riskieren. Doch am nächsten Morgen standen noch immer alle Campervans friedlich aufgrereiht in der Strasse. Später stellten wir fest, dass nur wenige wirklich bewohnt waren. Viele Besitzer waren gar nicht im Ort sondern hatten sich für eine Mehrtägige Tour auf Fraser Island verabschiedet.
Da gab es zum Beispiel die Tag-Along Tour: Drei Tage und zwei Nächte auf der Insel. Die Tour besteht darin, dass man im Konvoi mit mehreren 4×4 Fahrzeugen über die Pfade der Insel heizt und sich Abends hoffnungslos die Kante gibt. So beobachteten wir denn auch jeden Morgen neue Tag-Alonger, wie sie versuchten pro Person einen Kasten Bier und ein 5-Liter-Tetrapack Wein im Kofferraum zu verstauen. Na dann Prost. Mit dem Brummschädel am nächsten Morgen über eine 4×4-Strecke fahren? Na ja. Und so kam es, dass wir uns zu ersten Mal seit Langem zu alt für etwas fühlten.
Wir entschieden uns für einen Tagesausflug im Offroadbus. Ja, genau. Es fehlten nur noch die Häkeldecken.
Zum Glück waren die restlichen Tourteilnehmer noch weit entfernt von Kukident und Altersheim.
Unser Fahrer Cameron war sehr gesprächig und erklärte während der Fahrt so ziemlich alles, was es über Fraser Island zu wissen gab. Spätestens nachdem wir die Fähre verlassen hatten, war er komplett in seinem Element. Er drückte das Gaspedal durch und fetzte an allen anderen Offroadern vorbei, als wenn es ein Rennen wäre. Ich glaube nicht wenige wunderten sich, dass sie von einem Reisebus überholt wurden.
Die Sandinsel bot uns denn auch viele hübsche Ecken zum Entdecken. Das Programm war gut auf einen Tagesausflug zugeschnitten. Wir hätten uns auch vorstellen können etwas länger zu bleiben und mit dem eigenen Wagen noch die entfernten Winkel der Insel zu erkunden. Doch auch so erhielten wir einen guten Einblick in eine Welt in der Bäume aus dem Sand wachsen und Dingos am Strand entlang traben. Obwohl, da hat uns der Fahrer denn schon darauf hingewiesen, dass die Tagesausflügler normalerweise keinen Dingo zu Gesicht bekommen würden. Glück haben dürfen auch wir einmal.

Und sonst so?

Wir haben uns von einem walliser Pärchen, die mit ihrem Kleinkind mit uns im Bus sassen, überreden lassen, am nächsten Morgen zur Delfin Fütterung zu fahren. Nun gut. Wir standen dann dort mit vielen Eltern und ihren kleinen Kindern am Strand und schauten zu, wie pünktlich um halb 10 die Delfine der Bucht sich vor dem Quai versammelten und geduldig auf ihre Portion Fisch warteten. War irgendwie eine komische Angelegenheit. Wer wollte, konnte sich für 5 Dollar einen Fisch kaufen, den er dann unter Beobachtung eines Wärters an einen Delfin verfüttern durfte.


Hast du mal an einer Tag-Along tour auf Fraser teilgenommen oder hast du die Insel auf eigene Faust erkundet? Dann schreib deine Erfahrungen in einen Kommentar!

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