Campervan in Australien – mieten oder kaufen?

Während der Planung unseres Aufenthalts in Australien sahen wir uns unweigerlich mit der Frage konfrontiert, ob wir denn einen Campervan kaufen oder mieten. Am Ende haben wir uns für eine Miete entschieden und sind damit sehr gut gefahren.

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Gestatten: Lélé

Mieten vs. Kaufen

Miete

Pro:

  • Versicherungen sind geregelt
  • Wenig Zeitaufwändig beim Abholen und Zurückgeben
  • bei 6-8 Wochen ist Mieten meist günstiger als Kaufen
  • Kein Theater bei einem Oneway Trip, allenfalls bezahlt man für den Rücktransport einen Zuschlag

Kontra:

  • Einschränkungen beim Gelände, das befahren werden darf (keine unbefestigten Strassen, höchstens 1km Zufahrtsweg)
  • Bei Miete länger als 8 Wochen unter Umständen teurer als Kauf
  • Man muss das Fahrzeug nehmen, das einem die Agentur am Abholtag gibt. Glück und Pech liegen nahe bei einander

Kauf

Pro:

  • Man kann mit dem Fahrzeug machen, was man will
  • Wenn man länger als 8 Wochen unterwegs ist, sind die Kosten wahrscheinlich geringer als bei einer Miete

Kontra:

  • Kaufen und Verkaufen erfordern viel Zeit. Für beide Handlungen muss man meistens eine Woche oder mehr einrechnen
  • Evtl. muss ein Auto gemietet werden, um zu den Vanverkäufern fahren zu können
  • Die Versicherungen und Zulassungen müssen selbst organisiert werden. Die Bestimmungen dafür sind in jedem Bundesstaat anders
  • Oft ist es schwierig ein Auto in einem anderen Bundesstaat zu verkaufen als es registriert ist.

Wenn man seinen Van dennoch in einem anderen Bundesstaat verkaufen will als man ihn gekauft hat empfiehlt es sich ein in Western oder Southern Australia zugelassenes Fahrzeug zu kaufen. Die Registrierung kann dann online auf den neuen Halter umgeschrieben werden

Wer sich doch für einen Kauf entscheidet, dem haben wir eine hilfreiche Linksammlung zusammengestellt:

  • autofahren-australien.de bietet eine umfassende Beschreibung, an was du alles denken musst, wenn du ein Auto kaufst
  • gumtree.com.au ist der beliebteste online Gebrauchtmarkt Australiens. Hinweis: so lange du nicht in Australien bist, kannst du mit den Verkäufern keinen Kontakt aufnehmen. Um der Seite vorzugaukeln, dass du schon in Down Under bist, musst du über einen australischen Proxi auf die Seite zugreifen
  • In der geschlossenen Facebookgruppe Campervans and Equipment buy, swap N sell, Australia wide, backpacker style werden auch immer wieder spannende Angebote ausgeschrieben. Einfach beitreten und schauen, ob was für dich da ist

Fazit

Wir hatten nur sieben Wochen, während denen wir mit eigenem Van herumkurven wollten. Wir fuhren dabei von Brisbane nach Melbourne und eigentlich wollten wir nicht zu viel Zeit mit der Suche nach einem geeigneten Wagen und dessen Zulassung verbraten. Deshalb ergab sich für uns nach wochenlanger intensiver Recherche das Resultat Mieten. Doch wo?

Den richtigen Anbieter finden

Es gibt ziemlich viele Campervan-Vermieter in Australien. Für jedes Budget und jede Komfortstufe lässt sich etwas finden. Einige Anbieter schneiden in den Kundenbewertungen jedoch ziemlich mies ab. Dies fanden wir heraus, als wir bei unserer Suche auf ein besonders günstiges Angebot von Hippie Campers stiessen. Hippie Campers ist die Billigmarke von Apollo Campers. Das Angebot schlug für die Dauer von 50 Tagen mit 1540.- AU$ zu Buche und war damit beinahe 1000 .- AU$ günstiger als alle bisherigen Angebote. Nach eingehendem durchforsten vieler Review-Seiten wussten wir dann auch weshalb: Anscheinend ist Apollo inkl. Hippie dafür bekannt, das Depot nur sehr zögerlich zurückzahlen oder die auf der Kreditkarte gesperrte Summe viel zu spät frei zu geben. Dies wird vor allem dann zum Problem, wenn die Kreditkarte anderweitig mit hohen Beträgen belastet werden sollte. Zudem beklagten sich viele Mieter, dass ihnen der Camper in dreckigem Zustand übergeben wurde. Tatsächlich trafen wir auf unserer Reise ein Paar aus der Westschweiz, die bei Apollo gemietet hatten und das erste, was sie uns erzählten war: “Ja, also wir mussten den Camper als erstes innen komplett reinigen, der war unglaublich dreckig.”

Nun, diese Katze wollten wir dann doch nicht im Sack kaufen. Nach langem Suchen stiessen wir dann via www.motorhomerepublic.com (ich erlaube mir in Zukunft die Abkürzung MHR zu verwenden) auf den Anbieter Awesome Campers. Beim Quervergleich mit dem Angebot direkt bei Awesome Campers stellte sich heraus, dass das Angebot für denselben Wagen bei MHR einiges günstiger ausfiel, als wenn wir direkt gebucht hätten. Ich schrieb daraufhin eine Mail an Awesome Campers und erhielt dadurch einen noch etwas günstigeren Preis, als jener von MHR. Mit 1820.- AU$ war das Angebot zwar etwas teurer als das von Hippie Camper aber die Bewertungen, die wir von Awesome auf Facebook fanden, waren um Lichtjahre besser. Da fiel uns die Entscheidung leicht und wir buchten unser vierrädriges Zuhause.

Was muss man bei der Übergabe beachten

In Australien ist es üblich, dass Schäden am Unterboden, Dach, Reifen und den Fenstern des Mietwagens nicht durch die Versicherung gedeckt sind. Bei vielen Vermietungen kann man eine Zusatzversicherung für einen Teil der nicht gedeckten Wagenteile abschliessen. Wir entschieden uns dagegen, waren doch die entsprechenden Präimen verhältnismässig teuer.

Eine weitere Sache, die einem die Vermietungen gerne aufschwätzen, ist eine Reduktion der Selbstbehaltsumme (Bond) bei einem versicherten Schaden. Wir haben in unserer Reiseversicherung von Hanse Merkur* diesen Selbstbehalt bis 2500.- € gedeckt, also konnten wir diese Zusatzversicherung getrost ablehnen.

Einige Vermietungen wollen bei der Übergabe eine Tankfüllung Benzin zum Vorzugspreis verkaufen. Man kann dann den Wagen mit leerem Tank zurück bringen. Trotz Vorzugspreis rechnen die Vermietungen nie zu Gunsten des Kunden. Wenn man es aber vor der Abgabe nicht mehr zur Tanke schafft, wird meistens der doppelte Benzinpreis berechnet, wodurch sich die Vorauszahlung schon rechnen kann. Wir entschieden uns jeweils dagegen, da wir genügend Zeit eingerechnet haben, um vor dem Flug an der Tanke vorbei zu fahren und die Abgabe zu machen.

Um nicht bei der Rückgabe für bereits vorhandene Mängel oder Schäden zu haften, empfiehlt es sich, den Van von allen Seiten zu fotografieren (auch innen). Die Reifen sollten auch kontrolliert werden. Vor allem die Reifenprofil-Tiefe. Einige Vermietungen machen sich die Mühe die Reifen vor der Übergabe zu fetten oder zu schwärzen, dadurch sehen sie auf den ersten Blick aus wie neu.

 

Unsere Erfahrungen mit Awesome Campervans

Wir können euch rückblickend guten Gewissens die Miete bei Awesome Campervans empfehlen. Der Name ist Programm. Wir erhielten den Camper abgesehen von den üblichen Gebrauchsspuren in tadellosem Zustand.

  • Das Bett konnte in wenigen Handgriffen in einen Tisch mit zwei Bänken umgebaut werden
  • Hinten im Kofferraum-Bereich war eine kleine Küchenkombination mit einem Waschbecken und einer Wasserpumpe eingebaut.
  • Unter dem Wasserbecken war genügend Stauraum für die Kühlbox
  • Im linken Teil der Kombination war Platz für alle Kochutensilien sowie die Essensvorräte
  • Wir erhielten ein Leintuch für das Bett, zwei Bettdecken und zwei Kopfkissen mit Überzügen sowie zwei Badetücher
  • Zum Abwaschen gab es einen Schwamm, einen Lumpen, zwei Geschirrtücher und eine kleine Flasche Spülmittel
  • Alle Fenster hatten kleine Vorhänge, sogar die Fahrerkabine konnte mit Vorhängen abgetrennt werden
  • Unter dem Bett befanden sich zwei grosse Staufächer, eines davon war sogar mit einem Mini-Save ausgerüstet
  • In den Staufächern unter dem Bett fanden wir zwei Moskitonetze und zwei Fliegengitter, die man über die Fronttüren stülpen konnte, damit man Nachts die Fenster offen lassen konnte (Bei diesem Ausstattungs-Punkt sind wir nicht ganz sicher, ob wir das einfach den Vormietern zu verdanken haben, oder ob das in allen Awesome Campers dazugehört)
  • Zusätzlich waren im Mietpreis noch ein Kocher, ein Campingtisch und zwei Campingstühle inbegriffen. Ok, die Stühle sahen schon arg gebraucht aus aber man konnte immer noch bequem darin sitzen…

Hast du auch schon einen Roadtrip durch Australien gemacht? Wofür hast du dich entschieden, mieten oder kaufen? Welche Erfahrungen hast du auf deiner Reise gemacht? Erzähl’ uns davon in einem Kommentar.

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