Gold Coast – No Worries Mate

Unser kurzfristig geplanter Abstecher nach Down Under begann mit einem herzlichen Willkommen am Flughafen von Gold Coast durch unseren Freund Allan. Ihn hatten wir auf der anderen Seite der Erdkugel, in Argentinien kennengelernt. Er liess es sich nicht nehmen uns persönlich an die Besonderheiten seines Heimatlandes heranzuführen.

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Abendlicher Strandbesuch nach einem tollen Flugtag

 

Nach der drückenden Hitze in Malaysia, war das gemässigte, warme Küstenklima in Gold Coast genau das richtige für uns. Allans Wohnung, wo wir einquartiert waren, ist drei Minuten zu Fuss vom Strand entfernt. Die Garderobe der Einheimischen besteht vor allem aus Flipflops und Badehosen; wichtige Sitzungen werden auch schon mal abgebrochen, falls die Wellen gutes Surfen versprechen, verriet uns Allan. Allgemein haben die Leute hier “no worries”, keine Sorgen, und sehen alles recht entspannt. Wir hatten wenig Mühe, uns diesem Lebensstil anzupassen. Morgens nach dem Aufwachen ein kurzer Spaziergang zum Coffeeshop (5$ pro Kaffee, Autsch, dass sind ja Preise wie zu Hause! Zum Glück konnten wir hier bei Allan gratis wohnen), dann ab an den Strand zum Schwimmen oder Bodyboarden und am Nachmittag am Strand entlang nach Surfers Paradise gehen.

 

Gleitschirmfliegen in Canungra

Gleich am Tag unserer Ankunft herrschte bestes Flugwetter. Allan nahm uns mit ins nahe liegende Fluggebiet Canungra. Vorher mussten wir aber noch einigen Papierkram erledigen. Die Mitgliedschaften als Gastpiloten beim HGFA und im Canungra Paragliding Club konnten wir problemlos online lösen und bezahlen. (Infos zum Gleitschirmfliegen in Australien).

Als wir am frühen Nachmittag am Startplatz ankamen, lag die Meeresbrise schon perfekt an und wir konnten uns mit kurzen Soaringflügen einen ersten Überblick verschaffen. Mehr wollten wir auch gar nicht. Wir sassen schliesslich die ganze letzte Nacht im Flugzeug und hatten dementsprechend wenig geschlafen.

An den darauf folgenden Tagen durften wir an einem Wettbewerb des Clubs teilnehmen und mussten uns darum keine Gedanken über Flugrichtung und Rückholung machen. Es hiess einfach möglichst oben bleiben und den virtuellen Bojen folgen. Wobei das Oben bleiben im Flachland uns Bergflieger vor neue Herausforderungen stellte. Lange Zeit funktionierte die Thermiksuche gut. Sogar einem aggressiven Adler, der andere Schirme angriff, konnte ich gut ausweichen. Dann aber war ich etwas ratlos. Sollte ich nun die direkte Linie durch das unwegsame Gelände nehmen, oder doch lieber der Strasse folgen und einen Umweg in Kauf nehmen? Ich entschied mich für die direkte Linie und flog auf eine vielversprechende Wolke zu. Irgendwie schlug aber Murphy zu und ich musste zwischen zwei Hügeln im Nirgendwo landen. Glücklicherweise kam dann beim packen aber ein Farmer mit seinem kleinen Sohn auf seiner Enduro vorbei und fuhr mich die paar Kilometer bis zur Strasse zurück und ersparte mir so den langen Weg in der Hitze. Während der Fahrt erzählte er seinem Sohn: “Son, this man came out of the sky and landed here on our farm”. Dieser aber beäugte mich nur skeptisch und konnte wohl nicht so glauben, dass man mit dem Ding in meinem kleinen Rucksack fliegen kann.

30 Kilometer ergab der Flug. Nicht schlecht für den Anfang dachten wir uns. Nur dumm, dass wir am nächsten Tag nicht Mal vom Startberg weg kamen. Da wir ausser Konkurenz beim Wettbewerb mitmachten starteten wir immer erst nach den anderen Piloten. An diesem Tag war dann aber der Wind schon so stark, dass man zwar noch starten und soaren konnte, aber die Basis unmöglich zu erreichen war. Damit hatten wir nicht genug Höhe um den ersten Sprung über die weite Hochebene zu wagen.

Allgemein zeigte sich bei unseren Flügen in Canungra, dass es sich lohnt mit den ersten verlässlichen Thermiken zu starten und den Sprung in die Ebene früh zu wagen. Sobald die Meeresbrise bis zu den Startplätzen vordringt, kommt man fast nicht mehr weg.

 

Auf eigenen Beinen Rädern

Wir waren froh, die ersten Tage bei Allan wohnen zu dürfen und von ihm zum Fliegen mitgenommen zu werden. So konnten wir ein Gefühl für das uns bisher fremde Land entwickeln und schon ganz viele Pilotenkontakte knüpfen. Nach einigen Tagen hatten wir aber auch das Bedürfnisse los zu ziehen. Mit dem Zug reisten wir von Gold Coast nach Brisbane und konnten dort unseren “Awesome Van“, ihr Name war Lélé, in Empfang nehmen. Lélé war alt (320’000 Kilometer!) und hatte schon einige Kratzer und Beulen. Auf den Scheinwerfern hatte sie schon einen grauen Star. Innen war sie aber in einem guten Zustand und mit allem ausgerüstet was wir brauchten: Bett, Küche, Abwaschbecken, Kocher, Geschirr, Kühlbox, Stühle, Tisch und sogar Mückennetze. Wir vermerkten jede Beule und jeden Kratzer minutiös auf dem Übergabeprotokoll und machten sogar noch Fotos von allen Seiten des Wagens, um bei der Rückgabe keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Der Angestellte schüttelte nur belustigt den Kopf. Eine kurze Testfahrt um den Block zeigte auch keine gravierenden Mängel. Nur die Bremsen quietschten etwas. Zufrieden rollten wir los.

Australien, nimm dich in Acht, wir kommen!

 

 


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